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Hömberg-Zimmerschied Drucken E-Mail

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Pfarrerin Jasmin Schönemann-Lemaire

 

 

 

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Pfarrerin Eva Lemaire

 

 

 

Lahnstraße 63, 56132 Dausenau
Telefon 02603/6256, Telefax 02603/919103



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Gottesdienst:

jeden 2. Sonntag im Monat 9 Uhr,
jeden 4. Sonntag im Monat 17 Uhr 
(aktuelle Änderungen siehe Website)

Gemeindegruppen:

Kirchenchor
montags, 20 Uhr, Kirche

Kinderkirchengruppe
alle 14 Tage freitags, 15.30 Uhr im Bürgerhaus Hömberg

Sehenswert:

 

Evangelische Kirche Hömberg

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Schon 1737 gab es in Hömberg den Wunsch, eine Kapelle zu bauen. 220 Jahre später wurde daraus Wirklichkeit. Das Fenster im Chorraum zeigt die Geschichte der Arche Noah. Bauarbeiten und Fertigstellung 1957 sorgten für so viel kirchliche Begeisterung, dass kurz darauf ein Antrag an die Kirchenleitung auf eine Neuorganisation der Kirchengemeinden gestellt wurde. Zuvor gehörte Hömberg noch zur Kirchengemeinde Nassau und Zimmerschied nach Dausenau. Am 1. August 1960 wurde die neue Kirchengemeinde beurkundet.

Gottes Bund mit den Menschen

Eine theologische Betrachtung der Hömberger Kirchenfenster

Allen Grund zum Feiern hatte die evangelische Kirchengemeinde Hömberg-Zimmerschied. Vor 50 Jahren, 1957, baute die Gemeinde ihre Kapelle. Rechtzeitig zum Jubiläum an Pfingsten 2007 wurden Fenster des Glaskünstlers und Dozenten an der Glasfachschule Hadamar, Reiner Eul, eingebaut. Gemeindepfarrerin Monika Sommer hat sie im Folgenden betrachtet.

thumb_1noahklDer Regenbogen als sichtbares Zeichen - Gottes Bund mit Noah (Reiner Eul 1994)

Das gesamte Alte Testament ist durchzogen von dem Gedanken, dass sich Gott mit den Menschen „verbündet“ und ihnen Versprechen und Verheißungen gibt, auf die sie sich verlassen können. Den ersten und grundlegendsten Bund schließt Gott ganz am Anfang der Menschheitsgeschichte mit Noah. Zudem wird dieser Bund nach der größten vorstellbaren Katastrophe, der alles zerstörenden Sintflut, geschlossen. „Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen […]. Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ (1. Mose 21-22) Zweierlei wird dadurch ausgesagt: Der Bund Gottes ist grundsätzlich, steht am Anfang aller Menschheitsgeschichte und gilt für alle Generationen, die folgen. Zudem ist dieser Bund unabhängig vom Verhalten der Menschen. Begegnet uns vor der Sintflut noch ein Gott, der menschliches Vergehen straft, indem er ihren Lebensraum zerstört, ist er seitdem einer, der verspricht, der Erde und den Menschen die Kreisläufe zu sichern, die zum Leben notwendig sind. Zeichen für diesen grundsätzlichen Bund ist der Regenbogen.

Wie Sterne am Himmel - Gottes Bund mit Abraham

Abraham, der zunächst Abram hieß, gilt als erster Stammvater Israels. In ihm beginnt die Geschichte des Volkes Israel als wanderndes Volk. Gott beruft Abram, das Volk Israel in das Land zu führen, in dem „Milch und Honig fließen“. Kanaan ist das Land, in dem das Nomadenvolk sesshaft werden soll. „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein“, so beruft Gott Abram. Abram vertraut den Worten und der Verheißung des fruchtbaren Landes und macht sich auf den Weg ins unbekannte Land (1. Mose 12). Schon hier klingt die Verheißung an, dass (der bisher kinderlose) Abram Vater eines großen Volkes werden wird. Obwohl Abram und seine Frau Sarai schon betagt sind, verheißt Gott ihnen einen Sohn: Sieh gen Himmel und zähle die Sterne; kannst du sie zählen? Und sprach zu ihm: So zahlreich sollen deine Nachkommen sein!“ (1. Mose 15,5). Allein das Vertrauen auf Gott reicht aus, um diesen Bund zwischen Gott und Mensch zu schließen. In 1. Mose 17 wird der Bund „verewigt“ – als Zeichen für den Bundesschluss erhalten Abram und seine Frau Sarai neue Namen: Als Abraham und Sara gehen sie in die Geschichte ein. Tatsächlich bekommt das betagte Ehepaar noch einen Sohn... Sollte Gott etwas unmöglich sein? (1.Mose 18,14).

Als wolle Gott seinen Bundespartner Abraham noch einmal auf die Probe stellen, verlangt er von ihm, seinen Sohn Isaak als Opfer darzubringen. Erst als Abraham schon das Messer anlegt, verschont ihn Gott und bestätigt die Verheißung des ewigen Bundes: Ich will dein Geschlecht segnen und mehren wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Ufer des Meeres [...] und durch dein Geschlecht sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden, weil du meiner Stimme gehorcht hast.“ (1. Mose 22,17f).

10 Gebote für ein gelingendes Leben – Gottes Bund mit Mose

Nach Jahren der Unterdrückung fliehen die Israeliten unter Moses Führung aus Ägypten. Gott erweist sich in den Jahren dieser Flucht als einer, der nicht nur heilsames Leben verheißt, sondern das Volk auch auf seiner Wanderschaft begleitet und ihm Regeln mit auf den Weg gibt, die ein Leben in Zeit und Geschichte ermöglichen sollen. Die Zehn Gebote (2. Mose 20) sind weniger Gesetze, deren Nichtbeachtung Gott bestraft, sondern Gebote und Regeln, mit denen Gott ein gleichberechtigtes Zusammenleben untereinander, ein erfülltes Leben des Einzelnen und ein Leben in Hoffnung und in Vertrauen auf Gott ermöglichen will. Der Bund Gottes mit den Menschen ist dabei keineswegs abhängig von der Einhaltung der Gebote – im Gegenteil: Gott schließt zuerst mit Mose und den Menschen seinen Bund (und erneuert damit den Bund, den er mit Noah und Abraham geschlossen hat), indem Mose aus dem „Buch des Bundes“ (2. Mose 24,7) liest. Die Zehn Gebote kann man als konkrete Verwirklichung einer solch verbindlichen Beziehung zwischen Gott und Menschen verstehen.

Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut – Der Bund lässt sich im Abendmahl „schmecken“

Christinnen und Christen glauben Jesus Christus als den Sohn Gottes, in dem gleichzeitig Gottes Verheißungen an uns Menschen in Erfüllung gehen und erneuert werden für alle Zukunft. Nach Jesu Leben und Wirken auf der Erde, in dem er sich Menschen zuwandte, mit Gegnern stritt, aber alle gleichermaßen mit Achtung behandelt hat, gibt er seinen Jüngern am letzten gemeinsamen Abend ein neues „Bundeszeichen“ mit auf den Weg. Die Jüngerinnen und Jünger werden – wie im Alten Testament – zum Bild für all die Menschen, die an diesem Bund teilhaben. Wann immer wir gemeinsam Abendmahl feiern, denken wir nicht nur in frommer Erinnerung an Jesus zurück, sondern „schmecken“ selbst vom Heil und vom Leben, das Gott für uns verheißen hat und noch immer will. Dieses Heil überwindet sogar den Tod bzw. schreckt vor dem Tod nicht zurück (weil dieser Inhalt im Vergleich zu den alttestamentlichen Bundesschlüssen neu ist, darum „neuer Bund“). „Unser Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach’s und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.“ (1. Kor 12,24f)

Ich bin bei euch alle Tage – Worte des Auferstandenen

Seit Jesu Auferstehung glauben wir an Jesus Christus nicht nur als besonderen Menschen oder Vorbild in ethischen Fragen, sondern nach christlichem Verständnis ist Jesus Gott selbst. Von diesem Gott „wissen“ wir, dass er ein Gott ist, der jeden Weg mitgeht (siehe AT) – sogar den Weg in den Tod hat er auf sich genommen, um uns frei zu machen vor ewigem Schuldigwerden bzw. davor, dass wir an manchem Fehler oder an manchem Schmerz ewig tragen müssten. „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Mt 28,20), dieses Versprechen können wir nur einem abnehmen, der tatsächlich jeden menschlichen Abgrund kennt. Am Ende des Matthäusevangeliums ist dieser „Bund“ verknüpft mit dem Auftrag, die Menschen zu taufen: Wer sich in der Taufe den Segen Gottes zusprechen lässt bzw. sich in der Taufe zu Gott und Jesus Christus bekennt, dem gilt die Verheißung des Auferstandenen.

Siehe, ich mache alles neu – am Ende aller Zeiten...

Im letzten Buch der Bibel lässt uns der Seher Johannes einen Blick auf das werfen, was uns am Ende aller Zeiten erwarten wird: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! (Offb 21,3ff). Es ist, als würden alle Verheißungen, die Gott bei jeder Erneuerung des Bundes gegeben hat, hier zu ihrer Erfüllung kommen. Und als würde sich ein Kreis schließen zur Verheißung Gottes an Noah – ganz am Anfang der Menschheitsgeschichte, wo Gott versprach: „Ich will nie mehr die Erde zerstören. Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ (1. Mose 8,22).

Pfarrerin Monika Christ, ehemalige Pfarrerin der Ev. Kirchengemeinden Dausenau und Hömberg-Zimmerschied