Kirchengemeinden rund um Loreley machen gemeinsame Sache

thumb_1a-oab280615gem_becrima-BORNICH/RHEIN-LAHN. (28. August 2015) Die fünf Kirchengemeinden Bornich, Niederwallmenach, Patersberg, Reichenberg und Reitzenhain bilden künftig einen pfarramtlichen Raum und suchen jetzt gemeinsam nach zwei Theologen, die die Region künftig betreuen. Die Gemeinden haben dafür gemeinsam eine Stellenausschreibung herausgegeben für die Pfarrstellen Bornich I und Bornich II.

"Wir sind jetzt seit etwa einem Jahr ohne Pfarrer; es wird Zeit, das zu ändern“, so der Kirchenvorstandsvorsitzende der Kirchengemeinde Bornich, Dieter Zorbach. Pfarrer Manfred Löhde wurde im September vergangenen Jahres in den Ruhestand verabschiedet. Die Bornicher Pfarrer betreuten bislang auch Patersberg und Reichenberg mit; neu ist die Kombination mit dem mittlerweile vakanten Niederwallmenach und Reitzenhain.

Aufgrund der abnehmenden Bevölkerungszahl und dem damit verbundenen Schwund evangelischer Mitglieder werden auch die Stellenanteile kleiner; das macht es immer schwieriger, etwa halbe oder gar noch kleinere Stellenanteile im ländlichen Raum mit Pfarrern zu besetzen. Attraktiver, etwa auch für Pfarrer-Ehepaare, sind größere Stellenanteile. „Wir versprechen uns von dem gemeinsamen pfarramtlichen Raum auch höhere Chancen auf eine schnellere Wiederbesetzung“, so Zorbach. Bornich ist mit einer Stelle, die neue Stelle Bornich II mit einer halben ausgewiesen.

Einen Fürsprecher hat das neue Kirchspiel bereits: Propst Oliver Albrecht. Der machte sich jüngst bei einem gemeinsamen Gottesdienst der Gemeinden in Bornich ein Bild von der Stimmung in den Gemeinden und sprach anschließend mit Vertretern der Kirchengemeinden. „Sorgen sie für uns“, hatte Zorbach den Propst gebeten, der seinerseits versprach, sich für die vermeintlich „kleinen“ Gemeinden einsetzen zu wollen, was sich meistens nur auf die Mitgliederzahl, nicht aber auf Engagement und Lebendigkeit des Gemeindelebens beschränke. „Ich bin sehr begeistert vom Verlauf des Vormittags und der Atmosphäre hier“, so Albrecht. Da falle es leichter, auch Werbung für die Gemeinden zu machen.

Albrecht ging auch in seiner Predigt auf das Miteinander ein, dass den ländlichen Gemeinden stärker denn je abverlangt wird. Er erzählte die bekannte Geschichte von den roten und blauen Soldaten, die nicht mehr gegeneinander kämpfen wollten und dann beim Bad im Fluss, der ihre Farbe abwusch, feststellten, dass sie doch alle gleich sind. Das anschließende Gespräch mit dem Propst zeigte, dass es für die Zukunft der Gemeinden immer wichtiger wird, aufeinander zuzugehen und nicht nur den eigenen Kirchturm im Blick zu haben. Bernd-Christoph Matern

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Propst Oliver Albrecht (rechts) informierte sich in Bornich über die derzeitige Vakanz-Situation in und rund um die Winzergemeinde, nachdem er zuvor den Gottesdienst gefeiert hatte. Fotos: Matern