49-mal im Einsatz: Notfallseelsorge sucht auch 2014 neue Mitarbeiter Drucken E-Mail

thumb_1a-nfsba221113feature_becrima-RHEIN-LAHN. (10. Januar 2014) 49 Einsätze verzeichnete die Notfallseelsorge Rhein-Lahn im vergangenen Jahr. Das weist der Jahresbericht ihrer Leiterin Pfarrerin Ulrike Braun-Steinebach aus. Die Theologin ist besonders froh, dass das ehrenamtlich arbeitende Team 2013 um 15 neue Kräfte verstärkt werden konnte, so dass nach dem Ausscheiden von fünf Mitarbeitenden nun 28 Frauen und Männer für die „Erste Hilfe für die Seele“, wie die Notfallseelsorge auch genannt wird, einsatzfähig sind.

Das Jahr 2012 habe gezeigt, dass die Notfallseelsorge im Rhein-Lahn-Kreis als pastorales System in seiner damaligen Form nicht länger aufrecht zu erhalten war, sagt Braun-Steinebach. Die erfolgreiche Werbung um neue und nicht nur professionelle Seelsorger habe sich im Jahr 2013 bewährt. „Das zwölf Jahre vorwiegend von pastoralen Mitarbeitenden, Pfarrerinnen und Pfarrern getragene System hat nun eine neue Basis: engagierte Notfallseelsorgende aus den Gemeinden.“

Die neu ausgebildeten Kräfte hätten 2013 bereits ihre ersten Einsätze erlebt. „Und wir haben festgestellt, dass es die richtige Entscheidung war“. 21-mal war im Jahr 2013 ein häuslicher Tod Auslöser einer Alarmierung. 13-mal wurde die Polizei beim Überbringen einer Todesnachricht begleitet. In sechs Fällen war ein Suizid, in fünf ein außerhäuslicher Tod Grund für den Einsatz. Außerdem wurden die Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger bei zwei Verkehrsunfällen alarmiert, dem Tod eines Kindes und einem häuslichen Konflikt.

Zwischen 20 Minuten und 5 Stunden dauerten die Einsätze, zu denen in der Mehrzahl die Rettungsleitstelle in Montabaur alarmiert hatte. Die Einsatzzeiten lagen zwischen morgens und abends gleichmäßig verteilt, zehnmal wurde die „Erste Hilfe für die Seele“ nachts angefordert. Im Januar lag die Zahl der Einsätze mit 10 am höchsten. Das seit Herbst aufgestockte Team besteht nun aus 13 Theologen und 15 Nichttheologen. Mit den neuen Kräften erhielt die Notfallseelsorge im vergangenen Jahr auch eine neue Dienstkleidung und trägt nun lichtgelbe Einsatzjacken mit blauem Koller.

Der regelmäßige Austausch untereinander sowie Begegnungen zu Schulungen und Studientagen trugen auch 2013 dazu bei, das Erlebte zu verarbeiten und neue Kräfte für den Dienst zu tanken. „Notfallseelsorger sind Menschen, die in Krisen und Katastrophen des Lebens da sind und da bleiben und anderen Menschen helfen, dort wieder einen festen Stand zu erlangen, wo von einem Augenblick auf den anderen der Boden unter den Füßen weggezogen wurde“, so Braun-Steinebach. Insbesondere der Notfallseelsorgetag in Nastätten, wo sich erfahrene und neue Mitarbeiter kennen lernten, sei ein Highlight des Jahres gewesen.

Die Werbung für neue Einsatzkräfte soll auch im Jahr 2014 fortgesetzt werden. Wer sich für die Mitarbeit in der Notfallseelsorge interessiert, erhält nähere Informationen bei Pfarrerin Ulrike Braun-Steinebach in Montabaur unter Telefon 02602-950459 oder E-Mail Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können Bernd-Christoph Matern

Notfallseelsorge kennen lernen

RHEIN-LAHN. Bei zwei Informationsabenden haben Interessenten die Möglichkeit, Arbeit und Aufgaben sowie die Anforderungen an die ehrenamtlichen Kräfte der Notfallseelsorge Rhein-Lahn kennen zu lernen. Infoabende gibt es am Dienstag, 14. Januar um 19 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Klingelbach (Lahnstraße) und am Mittwoch, 15. Januar um 19 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Friedland (Breslauer Straße 1).

Allgemeine Informationen zur Notfallseelsorge finden sie auch hier .