Altendiezer Frauen feiern Sommerfest im Saal Drucken E-Mail

thumb_1a-sfaltendiez2011wagneralleALTENDIEZ. (18. August 2011) Es war zwar trocken, aber ein kühler Wind ließ die evangelischen Frauen von Altendiez ihr Sommerfest dann doch im Gegensatz zu den Vorjahren lieber drinnen statt draußen feiern. Der Freude über gute Worte, leckeren Kaffee und Kuchen, schönen Gesang und hilfreiche Nachrichten tat das aber keinen Abbruch.

Zu letzterem zählte auch die Nachricht, dass die Frauen dank ihres großen Engagements im vergangenen Jahr stolze 1700 Euro an soziale Einrichtungen in Altendiez und der Umgebung sowie in weltweite Katastrophengebiete spenden konnten. „Darüber sind wir sehr froh“, sagte die Vorsitzende Elfriede Wagner, die im evangelischen Gemeindehaus der Sankt-Peter-Gemeinde viele Besucher begrüßen konnte. „Wer mit Freude gibt, bekommt an Freude ein Vielfaches zurück“, so Wagner.

Noch einmal 300 Euro mehr als im Vorjahr hatte die engagierte Frauengruppe zusammengetragen; ein großer Teil thumb_1a-singendeschwestersimonedavon beim letztjährigen Adventsbasar. Dort verkauften die Frauen unter anderem wieder selbst gestrickte Strümpfe und gesunde Roggensäckchen, selbst gefertigte Marmelade, Kochkäse und Gebäck. Beim Sommerfest in der Feldstraße stand jedoch die eigene Freude im Mittelpunkt. „Öffnet Türen, Fenster und Herzen“, rief Wagner die Frauen zum Teilen der Freude auf und stellte fest: „Wie oft ich sie auch teile, es ist wie verhext: sie wächst und wächst und wächst.“ Sinnige und lustige Verse lockerten das Treffen auf. Für musikalische Kurzweil sorgten die Damen nicht nur selbst mit ihrem Gesang. Simone Hofmann aus Birlenbach, Schwester der kirchlichen Sozialstation in Diez, erfreute die Zuhörer mit einigen Volksweisen und ihrer wunderschönen Sopranstimme.

Eingeleitet wurde der unterhaltsame Nachmittag mit einer Andacht von Gemeindepfarrer Daniel Cremers und dessen Schulpraktikantin Luise Hillingshäuser aus Altendiez. Cremers enttarnte vermeintliche „Wunder“ aus dem Alten thumb_1a-sfaltendiez2011andachtTestament, die Mose erlebt hatte, zunächst einmal als ganz normale naturwissenschaftliche Vorgänge; gleichzeitig rief er die Frauen aber auch zu einem Perspektivwechsel auf, um Alltagswunder wahrzunehmen. Der Bewohner eines Kibbuz, der sich Rat suchend an den Rabbi wandte, weil er es mit sechs Personen in einem Zimmer nicht mehr aushielt, diente Cremers als Beispiel. Der jüdische Geistliche empfahl, noch eine Ziege aufzunehmen und dann wiederzukommen. Gesagt, getan. Noch verzweifelter kam der Mann wieder zum Rabbi. „Es stinkt und ist nicht mehr zum Aushalten.“ Dem Rat des Rabbi folgend, stellte er die Ziege wieder in den Stall. Und als der Rabbi das nächste Mal nach dem Befinden des Mannes fragte, war dieser überglücklich, ohne den Gestank der Ziege „nur“ noch mit sechs Personen auf dem Zimmer leben zu dürfen.

Den Frauen gefiel nicht nur diese Erzählung – das Sommerfest war einmal mehr für sie eine Oase, um neue seelische Kräfte zu tanken, auch wenn sich der Sommer nicht von seiner sonnigsten Seite zeigt. Bernd-Christoph Matern