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 BECHELN. (22. Dezember 2011) Der evangelischen Kirchengemeinde Becheln steht in diesem Jahr ein ganz besonderer Heilig-Abend-Gottesdienst bevor: Es ist das erste Mal, das sich nach mehr als einem halben Jahr Renovierungszeit wieder die Tür des Gotteshauses für die Bevölkerung öffnen soll. Nach umfangreichen Putz- und Malerarbeiten zeigt sich die zwischen dem 13. und 18. Jahrhundert erbaute Kirche mit seinen tollen Fresken, Wandmalereien und Stukkaturen wieder in neuem Glanz.
Schon im Jahr 2005 wurde das Projekt Innenrenovierung vom Kirchenvorstand beherzt angegangen, nachdem sich bereits Stuck und Teile der Wand gelöst hatten. „Bis dann die entsprechenden Baugutachten erstellt und Zuschüsse genehmigt waren, verging noch einige Zeit“, erzählt Gemeindepfarrer Martin Ufer. „Aber jetzt sind wir froh, dass alles so schön geworden ist“, erzählt der Theologe, während die Maler noch den Pinsel schwingen, die Orgel gestimmt wird und ein Elektroinstallateur an Licht- und Stromleitungen arbeitet. Neue Lichtquellen sollen für eine hellere Atmosphäre sorgen.
 Besonders beeindruckt ist er vom freigelegten Jesus-Bild an der Decke und den restaurierten barocken Gemälden der Apostel, die den Blick der Gottesdienstbesucher nach oben lenken. „Wo es zu machen war, haben die Restaurateure die Farben aufgefrischt; auch die Verzierungen um die Gemälde herum wurden verfeinert“, erklärt Ufer. Auch das gotische Fresko im Chorraum kommt im hell strahlenden Umfeld jetzt neu zur Geltung. Neben Putz-, Maler- und Kunstarbeiten vergrößerten Handwerker den Altarraum um ein ganzes Stück. Dort soll außerdem ein neuer, beweglicher Altar aufgebaut werden. Ufer: „Der muss aber erst noch gebaut werden.“
Direkt hinter dem Eingang entstand ein neuer kleiner Raum, der als Stuhllager dienen soll und in dem der Pfarrer künftig seinen Talar anziehen kann. Durch die Altarraumvergrößerung und den kleinen Raum wird es an Heilig Abend zwar weniger Sitzplätze geben als in den Vorjahren, „aber für die normalen Sonntage ist der Platz ausreichend“, sagt Ufer. „Trotz der schönen Malereien ist eine Kirche ja kein Museum.“ Deshalb steht die rege Nutzung des sanierten Kircheninneren mit den neu gestrichenen Bänken ganz oben auf der Weihnachts-Wunschliste des Pfarrers. Froh und dankbar ist er, dass so viele Menschen in der Gemeinde bei der Renovierung mitzogen. „Allen voran ist da der Vorsitzende des Kirchenvorstands Albrecht Kohl zu nennen, der mit seinem großen persönlichen Einsatz die Sache vorangetrieben und die Leute motiviert hat.“
Mit immerhin knapp 60.000 Euro muss sich die etwa 380 Mitglieder zählende Kirchengemeinde an der insgesamt 212.000 Euro hohen Investition beteiligen. Mehr als 120.000 Euro trägt die Landeskirche, 30.000 Euro steuert das Landesamt für Denkmalpflege bei. „Es ist schon großartig, was allein durch Spenden zusammengekommen ist“, erinnert Ufer an rund 10.000 Euro, die bei einer Vielzahl von Veranstaltungen, durch Initiativen und Privatspenden eingegangen sind.
Zum Heilig-Abend-Gottesdienst mit einem Krippenspiel des CVJM öffnet sich um 18.15 Uhr die Tür zur renovierten Kirche. Am zweiten Weihnachtsfeiertag, Montag, 26. Dezember um 9.30 Uhr, wirkt dann der Männergesangverein Friede im Gottesdienst mit. Bernd-Christoph Matern
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