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RHEIN-LAHN/MOSEL. (26. Mai 2011) Ein erfrischender Regenschauer, ein verlorener Wege oder ein schönes Orgelkonzert – diese Erlebnisse gehörten zu den Überraschungen, die einer Gruppe von Pilgern jetzt bei einer zweitägigen Tour auf dem Jakobsweg entlang der Mosel wiederfuhr. Matthias Metzmacher, Pfarrer für Gesellschaftliche Verantwortung der evangelischen Kirche Rhein-Lahn, und Manfred Steiger, Bezirksreferent des katholischen Bezirks Rhein-Lahn, hatten zu der Tour auf dem Mosel-Camino eingeladen.
Nicht zuletzt die von Metzmacher initiierte Ausstellungsreihe zum Thema Pilgern in den Dekanaten Diez, Nassau und St. Goarshausen hatte die Mitreisenden animiert, einmal selbst die Wanderschuhe zu schnüren und sich auf den Weg zu begeben. Das erste Stück des Weges von Niederlahnstein nach Treis-Karden legten die Pilger noch mit dem Zug zurück. Dann ging es nach einer Morgenbesinnung und einer kleinen Kirchenführung in Karden in der beeindruckenden St. Kastorkirche auf Schusters Rappen weiter.
Unvorhersehbare Ereignisse wie die oben erwähnten verstärkten das Miteinander der bunt zusammengewürfelten Pilgergruppe, die im Kloster Maria Engelport freundlich empfangen wurde. Dort verbrachten die 16 Teilnehmer auch die Nacht zusammen, nicht ohne vorher noch in fröhlicher Runde im Klosterkeller den Tag ausklingen zu lassen.
Sehr bewegend war eine Ausstellung im Waldgebiet vor dem Kloster zum Thema „Seelenbretter (memento mori)". So nennt die Künstlerin Bali Tollak ihre zwei Meter hohen in leuchtenden Farben bemalten Holzstehlen, von denen sie 20 Stück an einem Wegabschnitt aufgestellt hatte. Neben der farbenfrohen Ornamente waren vor allem auch die Worte von Philosophen, Mystikern und Worten aus der Bibel beeindruckend, die sich mit Gedanken über den Tod, das Leben und den Lebenssinn als Wegerfahrung beschäftigten.
Meditation, Gottesdienst, geistliche Begleitung, Gespräche auf dem Weg und immer wieder auch Gesang in den besuchten Kirchen, unterwegs und in der Klosterkapelle erfüllten das Pilgerwochenende. Auch Zeiten der Stille gab es. Zum Beispiel ging es eine halbe Stunde im Schweigen durch einen Waldabschnitt. Eingeleitet wurde das Wegstück mit dem Lied: „Schweige und höre, neige deines Herzens Ohr, suche den Frieden“ und abgeschlossen wurde es mit einem Halleluja aus Taize.
Der Sonntag begann mit einem Berggottesdienst im Freien beim Hausberg des Kloster Engelport nach einem steilem Anstieg. Von dort ging es weiter nach Beilstein und von dort traten wir mit Bus und Bahn die Heimfahrt nach Niederlahnstein an. „Ein erfülltes Miteinander, vertraute Gespräche auf dem Weg, geistliche Momente und viel Dankbarkeit über die Schönheit der Natur und der Kirchen am Mosel-Camino prägten die Pilgertour“, berichtete Matthias Metzmacher nach der Rückkehr. „Viele der Teilnehmer hoffen auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr.“ (bcm)
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