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KAMP-BORNHOFEN/RHEIN-LAHN. (12.Dezember 2012) Isolation, Angst und Überforderung, was die körperliche wie seelische Belastbarkeit anbelangt, sind die drei größten Probleme, unter denen die Angehörigen von an Demenz oder Alzheimer erkrankten Menschen zu leiden haben. Der evangelische Klinikseelsorger Pfarrer Burkhard Ellmenreich aus Obernhof kennt diese Sorgen sehr gut. Seit vielen Jahren betreut er als Moderator entsprechende Gesprächsgruppen.
Jetzt hat er innerhalb des Demenznetzwerkes Braubach-Lahnstein die Begleitung einer neuen Gesprächsgruppe übernommen, die sich ab 18. Januar jeden dritten Mittwoch im Monat im Alten-und Pflegeheim Haus Marienberg in Kamp-Bornhofen trifft. „Aussprechen ist eine gute Medizin gegen seelische Überlastung“, weiß Ellmenreich. Sorgen und häusliche Konflikte kämen „heraus“, auf den Tisch und in die Gesprächsgemeinschaft, statt sie bis zur Verzweiflung in sich aufzustauen.
„Es tut gut, wenn man jemand hat, der zuhört und versteht, ohne gleich mit Ratschlägen zu argumentieren“, so der Theologe. „Da ist die Frau, die von ihrem demenziell erkrankten Ehemann nicht mehr erkannt wird; da gibt es Streit in der Familie, weil die Pflege der Eltern sämtliche Zeit- und Kraftreserven raubt“, nennt Ellmenreich Beispiele. Deshalb könne, wo man selbst nicht mehr weiter weiß, die Erfahrung der anderen eine wertvolle Hilfe sein. „Solidarität hilft weiter, wenn man sich in der Sorge allein vorkommt.“
Seine Erfahrung zeige, dass die Lage der Angehörigen schon im Frühstadium der Demenz-Erkrankung schwierig ist. „Gedächtnislücken und Verhaltensfehler des Patienten machen ärgerlich, Stimmungsschwankungen sind bedrohlich.“ Dies zu akzeptieren und damit zurechtzukommen bedürfe es Zeit und Kraft. Die Gruppe könne da helfen. Ellmenreich: „Man kommt aus dem Pflege-Alltag heraus, kann sich mit anderen austauschen, trifft nette Leute und bekommt Unterstützung, moralische wie praktische.“
Die Treffen sind unverbindlich, kostenfrei, weltanschaulich neutral und vertraulich. Wer für die Zeit der Treffen keine Betreuungsperson hat, kann den Patient auch mitbringen. Während der Gruppensitzungen ist im Demenz-Bereich des Alten- und Pflegeheims eine parallele Betreuung gewährleistet.
Die Angehörigen-Gesprächsgruppe Demenz/Alzheimer trifft sich erstmals am Mittwoch, 18. Januar um 19 Uhr im Haus Blütenweg, einer Wohngruppe für Menschen mit dementieller Veränderung, (Kirchplatz 7) auf dem Gelände des Haus Marienberg. Bernd-Christoph Matern
Nähere Informationen gibt Burkhard Ellmenreich unter Telefon 02604-952566.
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