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LAHNSTEIN/RHEIN-LAHN. (26. September 2011) Einen sehr informativen Blick auf die Geschichte der Mission, deren Schrecken wie deren Chancen, gibt zurzeit eine Ausstellung im Veranstaltungsraum des evangelischen Dekanats Nassau in Lahnstein (Bahnhofstraße 27a). „Mission gestern und heute im Bild“ ist der Titel der Schau, die von der Archiv- und Museumsstiftung der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) und dem Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) konzipiert wurde.
Markus Fehlhaber, Pfarrer für Ökumene der evangelischen Kirche Rhein-Lahn, hat die Ausstellung in die Region geholt, um damit auch die Arbeit in Konfirmandengruppen oder Religionsklassen zu unterstützen. Sie können sich während einer Führung durch die Schau reichlich mit Informationen über dieses viel diskutierte christliche Thema eindecken. „Aber natürlich ist die Ausstellung auch für interessierte Einzelpersonen oder Gemeindegruppen gedacht“, so Fehlhaber.
Vor allem auch deshalb, weil der Begriff „Mission“ im Laufe der Jahrhunderte, auch innerhalb der Kirche, immer wieder kontrovers diskutiert wurde. Im Namen der Mission wurde sowohl Machtpolitik betrieben, die Menschen Leid zufügte, als auch Nächstenliebe geleistet, mit denen unzähligen Menschen geholfen wurde.
Auf 15 Schautafeln mit Texten, Bildern und Kartenmaterial werden die Besucher dabei für die Entwicklung und Bedeutung der Mission sensibilisiert. Die Tafeln beschäftigen sich mit Aufbau und Pflege weltweiter Partnerschaften der evangelischen Kirche, der Rolle von Familien und der Frau für die Mission, den Bereichen Wissenschaft, Bildung und Erziehung, bedeutenden Missionaren und natürlich der Frage, was Mission überhaupt bedeutet und was zum Missionieren motiviert.
„Mit Buddhismus und Islam ist das Christentum eine der drei klassischen Missionsreligionen. Dies sind Glaubensformen, die nicht davon ausgehen, dass Gott nur für das eigene Volk da ist, sondern für alle Menschen, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Nationalität, Sprache. Mission gehört deshalb zum Wesen des christlichen Glaubens.“ So erläutern die Ausstellungsmacher. Missionare widmeten sich von Anfang an der Verkündigung, der Bildung, dem Handwerk, der Waisenfürsorge, der medizinischen Versorgung und der Entwicklungshilfe, noch lange, bevor dafür dieses Wort verwendet wurde.
Eine Besuchsgruppe aus dem Partner-Distrikt Mabira des evangelischen Dekanats Nassau gehörte zu den ersten Besuchern, die Fehlhaber durch die Ausstellung führte. Und während diese sich darüber freuten, auf den Karten immer wieder ihre Heimat Tansania zu sehen, fragten sich viele ihrer deutschen Begleiter, in wieweit heute nicht die afrikanischen Gäste die heimischen Kirchengemeinden missionieren müssten, damit in diesen das christliche Leben nicht allmählich ausstirbt. „Wer missioniert hier eigentlich wen?“ – dieser Frage einmal unter heimischen Christen nachzugehen, sei sicher sehr lohnenswert, meinte Dekan Friedrich Kappesser zum Abschluss der Ausstellungsführung mit den Gästen aus Afrika.
Die Ausstellung zur Mission im Veranstaltungsraum des evangelischen Dekanats Nassau ist noch bis zum 16. Oktober zu sehen. Geöffnet ist sie von montags bis donnerstags von 9 bis 12 Uhr oder nach Vereinbarung.
Informationen zu Führungen für Gemeindegruppen, Konfirmanden oder Schulklassen gibt Pfarrer Markus Fehlhaber unter Telefon 0261- 98301847, 02621-1874332 oder E-Mail
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