Beim Pilgern die Qualit?t des Schweigens entdecken Drucken E-Mail

thumb_1a-pilgernae180311besucherthumb_1a-pilgernae180311aNASTÄTTEN/RHEIN-LAHN. (22.März 2011) In den vergangenen 50 Jahren hat das Pilgern an Beliebtheit zugelegt, selbst unter evangelischen Christen. „Auf dem Jakobsweg“ ist eine Ausstellung des Pfarramts für gesellschaftliche Verantwortung Rhein-Lahn und des evangelischen Dekanats St. Goarshausen überschrieben, die jetzt eröffnet wurde und noch bis zum 31. März im Regionalmuseum „Leben und Arbeiten“ in Nastätten zu sehen ist.

Dort zeigen Pilger ihre Lieblingsfotos von den Jakobswegen in Deutschland, der Schweiz und Spanien. Mit einer kleinen Einführung in die Ausstellung eröffnete Matthias Metzmacher die Schau. Der Pfarrer für gesellschaftliche Verantwortung der evangelischen Kirche Rhein-Lahn erläuterte Symbole des Pilgerns, die die Ausstellung zeigt.

thumb_1a-pilgernae180311symbolehutthumb_1a-pilgernae180311metzmacherDer Stab, der Halt gibt und der Hut, der vor Regen wie Sonne schützt; ein Rucksack, der ans Teilen erinnert, ein Mantel, der für die Qualität des Schweigens beim Pilgern spricht; das Kreuz als Zeichen für das Ziel des Weges, die Wanderschuhe als Sinnbild der Langsamkeit, „der Entschleunigung, nach der sich heute viele Menschen sehnen“; und schließlich ein Zelt, das die bescheidene Lebensweise des Pilgers ausdrückt und „mit der Frage konfrontiert, was in unserem Leben wirklich wichtig ist“, so Metzmacher. „Leere Hände können etwas empfangen; vielleicht sind unsere oft viel zu gut gefüllt.“

Die Wände des Ausstellungsraums im Museum schmücken Fotografien von Rainer Unholz, Wolfgang Steller, Sabine Siemer und Gottfried Mallon, die mit ihren Lieblingsmotiven des Camino del Norte, Camino Francés, des Pfälzer und des Fränkisch-Schwäbischen Jakobsweges Lust wecken, sich selbst einmal auf Wanderschaft zu begeben. thumb_1a-pilgernae180311leckerGanz andere Gründe für die Wallfahrt hatten die drei Protagonisten des Spielfilms „Pilgern auf Französisch“, der zum Ausstellungsstart in der Museumsstube "Dorfkneipe" im Keller gezeigt wurde. Den ungläubigen, verfeindeten und thumb_1a-pilgernae180311tappasungeübten Geschwistern geht es nämlich um ein fettes Erbe; doch die Schweiß treibende Tortur schweißt zusammen. Ein sehr amüsanter Einstieg in die Ausstellung.

Auch der Gaumen musste nicht darben und wurde von spanischen Leckereien, Tappas und liebevoll mit Schwert und Lilie verziertem Pilgergebäck einschließlich des passenden Rotweins verwöhnt.

„Der Jakobsweg und Pilgerwege im Rhein-Lahn-Kreis“ ist ein Vortrag am Mittwoch, 23. März um 19 Uhr mit Franz-Josef Höflich überschrieben. Der Pilgerbeauftragte der St. Jakobus-Gesellschaft wird den Zuhörern ganz praktische Hinweise und Wissenswertes über die unterschiedlichen Wege erzählen und was es dabei wo zu erleben und zu beachten gibt.

Eine Woche später am Mittwoch, 30. März um 19 Uhr heißt es „Ich bin dann mal weg – Ein Dekan auf Pilgerreise“. Dekan Mathias Moos berichtet mit einem Bildvortrag von seiner Pilgerreise nach Santiago de Compostella. Bernd-Christoph Matern

Geöffnet ist die Ausstellung von Montag bis Freitag von 9 bis 13 Uhr, sonntags von 13.30 Uhr bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung. Nähere Informationen unter Telefon 06772/962364.

 

Wer keine Gelegenheit hat, die Ausstellung in Nastätten zu besuchen: sie ist noch einmal vom 6. bis 20. April im Haus Eberhardt (Pfaffengasse 27) in Diez zu sehen. Auch dort wird die Ausstellung von einem interessanten Rahmenprogramm begleitet. Mehr Informationen zur Diezer Ausstellung finden Sie hier.