Diakoniestation informiert: Demente fördern und fordern Drucken E-Mail

thumb_1diakoniestation-informationenNASTÄTTEN/RHEIN-LAHN. (12. Dezember 2011) „Dabeisein, Erleben, Mitmachen, Emotionen haben, Nähe spüren und Zufriedensein.“ So buchstabierte der Leiter der Diakoniestation Loreley-Nastätten Jürgen Ackermann die Alterskrankheit Demenz. Zusammen mit Renate Phyllis Klinger, die im Einzugsgebiet der Station auch Demente betreut, referierte er in einer gut besuchten Veranstaltung zum Thema.

 

Ackermann machte deutlich wie mit zunehmendem Alter die Wahrscheinlichkeit steigt, an Demenz zu erkranken. Betroffen sind derzeit etwa fünf Prozent der 65- bis 69-Jährigen, 25 Prozent der 80- bis 90-Jährigen und rund 50 Prozent der über 90-Jährigen. Analog zur steigenden Lebenserwartung wird damit die jetzige Zahl der Demenz-Patienten bis zum Jahr 2030 etwa um die Hälfte steigen, bis zum Jahr 2050 werde sie sich verdoppelt haben, so Ackermann.

Der Leiter der Station wies auf die drei Stadien der Demenz hin, die sich über einen Zeitraum von ungefähr neun Jahren erstrecken können; kognitive Defizite am Anfang, der Verlust von Selbständigkeit und Verhaltensauffälligkeiten bis hin zur schweren Demenz, die eine absolute Pflegebedürftigkeit zur Folge hat.

Ganz praktische Beispiele lieferte Renate Phyllis Klinger, um sich mit dementiell veränderten Menschen zu beschäftigen, welche Tätigkeiten für sie noch möglich sind, wie sie im Rahmen ihrer Fähigkeiten noch gefördert und gefordert werden können. So ließen sich etwa Lieder miteinander singen, an die sich die Leute noch erinnern. „Man wird staunen, wie sie die Texte fast alle noch auswendig mitsingen können“, so Klinger. Auch beim Zubereiten kleiner Gerichte könnten an Demenz leidende Menschen einbezogen werden. „Die Menschen da abholen, wo sie sich befinden“, nannte Klinger, die sich auch im Netzwerk Demenz engagiert, das Motto der praktischen Arbeit.

Und schließlich informierte Jürgen Ackermann über die finanziellen Hilfen des Staates, die das Pflegegesetz bietet. Das gewährt etwa zusätzliche Betreuungsleistungen, wenn die „Alltagskompetenz“ eingeschränkt ist, je nach Schweregrad zwischen 100 und 200 Euro im Monat. „Anspruchsberechtigt sind auch Betreuungsbedürftige, die noch keine Pflegestufe haben“, so Ackermann, sie würden dann praktisch der „Pflegestufe 0“ zugeordnet. Aufgrund des großen Interesses an dem Info-Nachmittag soll dieser im April des kommenden Jahres wiederholt werden. Bernd-Christoph Matern

Nähere Informationen zu den Pflegemöglichkeiten von Demenz-Patienten gibt die Diakoniestation Loreley-Nastätten unter Telefon 06772-939611. EInen Bericht über die Demenz-Ausstellung finden Sie hier.