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NASTÄTTEN/LORELEY. (27.September 2011) Den Blutdruck überprüfen lassen, erfahren, wie es um den Blutzuckerspiegel bestellt ist, oder ein Bewusstsein für den „Body-Mass-Index“ (BMI) bekommen – all das war am Wochenende in der Diakoniestation Loreley-Nastätten möglich. Die kirchliche Einrichtung, die zurzeit rund 180 Patienten in den Verbandsgemeinden Loreley und Nastätten betreut, gab erstmals während eines Tages der offenen Tür Einblick in ihre Arbeit und Angebote.
Die Bedeutung der Station für die Ortsgemeinden, die durch ihren ambulanten Dienst seit mehr als drei Jahrzehnten dafür sorgt, dass Pflegebedürftige so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung leben können, kam schon bei der Eröffnung des Tages klangvoll zum Ausdruck. Kein geringerer als der Bürgermeister-Chor der Verbandsgemeinde Nastätten eröffnete den Tag. Berthold Krämer, Vorstandsvorsitzender der Diakoniestation, dankte denn auch den sangesstarken Ortschefs im Zuständigkeitsbereich ganz besonders für ihren Auftritt.
Im Einzugsgebiet der Station leben zurzeit etwa 28.000 Einwohner zwischen Rhein und Bäderstraße. „Durch die ländliche Struktur sind täglich große Strecken von unseren Kräften zu bewältigen“, erklärte Krämer, und wies darauf hin, dass die Station entsprechend ihrem Versorgungsauftrag auch keine Anfrage ablehne. Grundpflege, vom Arzt verordnete Behandlungen, hauswirtschaftlicher Dienst sowie Serviceleistungen im Bereich der Betreuung gehören zu den Leistungen, die von dem fast 20-köpfigen Team Tag für Tag erbracht werden.
Dass die Finanzierung der Station immer schwieriger wird, machte Erwin Damrau, Vorsitzender des Fördervereins der Station, deutlich. Nach Einführung der Pflegeversicherung hätten sich Land, Kreis, Verbandsgemeinden und zuletzt auch die Landeskirche ganz aus der Finanzierung zurückgezogen oder ihre Zuschüsse immer weiter nach unten gesenkt, so dass dem Verein eine immer wichtigere Rolle beim Erhalt der Station zukomme. Knapp 2000 Mitglieder zählte der vor 33 Jahren gegründete Verein in Spitzenzeiten; 2009 seien es nur noch gut 1000 gewesen. „Ältere Mitglieder sterben und für viele junge Menschen ist Pflege fälschlicherweise kein Thema“, so Damrau.
Dabei liege der Mitgliedsbeitrag unverändert bei gerade einmal zwölf Euro im Jahr. Noch lebe der Verein von einem in den ersten beiden Jahrzehnten angesparten Kapitalstock, finanzierte Umzüge, Carport und jedes Jahr ein neues Fahrzeug. Dauerhaft erhoffe er sich wieder einen Zuwachs an Mitgliedern und an Spenden, die sehr schwankend seien.
In der Diakoniestation hat außerdem der „Pflegestützpunkt“ seinen Sitz. Er informiert trägerneutral rund um Fragen zu Hilfe- und Versorgungsmöglichkeiten sowie deren Finanzierung für ältere, kranke und behinderte Menschen. Welch wichtige Informationen der Stützpunkt bereithält, davon zeugten zwei Vorträge von Christa Klamp, die den Besuchern die Themen „Vorsorgevollmacht“ und „Betreuungsverfügung“ näher brachte. Viele Informationen, Denkanstöße bei vielen Gesprächen sowie manch gutes Gewissen nach dem kostenlosen Gesundheitscheck nahmen die Besucher der Station mit nach Hause. Bernd-Christoph Matern

Berthold Krämer (Mitte) freute sich, dass die Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nastätten mit ihrem Gesang den Tag der offenen Tür in der Diakoniestation Loreley-Nastätten eröffneten. Fotos: Matern
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