Diethardter Orgel ert?nt wieder in pr?chtig barockem Klang Drucken E-Mail

thumb_1a-orgeldiet1111ganzDIETHARDT. (21.November 2011) Nach fast einjähriger Renovierungsphase ertönt die Orgel in der evangelischen Kirche von Diethardt wieder in ihren schönsten Klangfarben. Mit einem sehr musikalischen Festgottesdienst wurde die geglückte Restaurierung des vor rund 230 Jahren von der Firma Schöler aus Bad Ems gebauten Instrumentes gefeiert.

Die Orgelbaufirma Müller hatte das Instrument komplett abgebaut und in Merxheim restauriert. Dort wurde die Orgel ihrer Ursprungsbauweise angepasst sowie dem einstigen Klangcharakter, wie Rainer Müller erklärte. thumb_1a-orgeldiet1111grossUmbaumaßnahmen in der Vergangenheit, insbesondere die jüngste von 1965, hätten das Instrument technisch und klanglich weit von dem entfernt, wie es die in Bad Ems ansässige Orgelbaufirma von Johann Wilhelm Schöler Ende des 18. Jahrhunderts konstruiert hatte. „Die Persönlichkeit des Instruments wurde aufgegeben zugunsten der Angleichung an die in den Nachkriegsjahrzehnten herrschende Vorstellung einer Barockorgel“, so Müller.

Seine Firma restaurierte Windladen, rekonstruierte die Spielmechanik und die Registermechanik. Lücken im Gehäuse wurden geschlossen, der Spielbereich „schölerisch“ nachgebaut, Tasten, Pedale und Beschriftung erneuert. Sehr aufwändig gestalteten sich die Arbeiten an den Pfeifen und die abschließende Intonation. „Lange Zeit haben wir darauf gewartet, dass sie wieder erklingt“, erinnerte Gemeindepfarrerin Mirjam Ambrozic an die orgellose Zeit im Gotteshaus, als sich nur noch das Gerippe des Instrumentes in der Kirche befand.

Mit dem Einweihungsgottesdienst kamen nicht nur Dank und Freude über die geglückte Restaurierung zum Ausdruck; nun werde die Orgel auch wieder „singen“ in Gottesdiensten, Konzerten, bei Trauungen und Taufen, „aber auch dann, wenn Menschen betrauert werden“, so die Pfarrerin. „Gerade die Orgel ist wie kein anderes Instrument geeignet, zur Ehre Gottes zu erklingen“, erklärte Ambrozic, warum die Orgel auch „Königin der Instrumente“ genannt wird. Sie könne Empfindungen und Sehnsüchten Ausdruck verleihen, viel besser und eindrücklicher als Worte es können.

Das tat sie während des Festgottesdienstes reichlich: Dekanatskantor Markus Ziegler demonstrierte sämtliche Register, die von Orgelbauer Müller erläutert wurden, und stimmte mit großer Spielfreude zusammen mit Ralf-Werner Kopp Werke für Orgel und Trompete, Pikkolo-Trompete und Flügelhorn an. Zum musikalischen Loben und Danken trug ebenso der Gemischte Chor Eintracht Diethardt-Weidenbach mit seinen schönen Vorträgen bei.

Der Dank des stellvertretenden Kirchenvorstandsvorsitzenden Manfred Sopp, der sich mit Gemeindepfarrerin und Kirchenvorstand mit viel Herzblut für die Restaurierung engagierte, galt allen, die durch ihre Unterstützung und Kompetenz, nicht zuletzt durch ihr finanzielles Engagement die Investition ermöglichten, vielen Einzelspendern, der Landeskirche und der Denkmalbehörde, aber auch den Politikern Karl Peter Bruch und Matthias Lammert, die sich für das Projekt stark gemacht hatten und sich mit der Gemeinde ebenfalls beim Einweihungsgottesdienst vom neuen schönen Klang der Orgel beeindrucken ließen. Bernd-Christoph Matern

thumb_1a-orgeldiet1111freuensichErfreuten sich am neuen Klang der restaurierten Orgel in Diethardt (von links): Trompeter Ralf-Werner Kopp, Landtagsabgeordneter Matthias Lammert, Orgelbauer Rainer Müller, Pfarrerin Mirjam Ambrozic, Staatsminister a.D. Karl Peter Bruch, Kirchenvorsteher Manfred Sopp, Kantor Markus Ziegler und Verbandsgemeinde-Beigeordneter Gerhard Stötzer. Fotos: Bernd-Christoph Matern