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DIEZ/RHEIN-LAHN. (26. Oktober 2011) „Brich dem Hungrigen dein eigenes Brot, und dem, der im Elend haust, dem baue ein Haus.“ So hieß es in den von Ehren- und Hauptamtlichen gestalteten Diakoniegottesdiensten, die in vier Regionen des evangelischen Dekanats Diez gefeiert wurden. „Freiwillig. Etwas bewegen!“, lautete das Motto, zu dem Mitglieder des Diakonieausschusses in der Bibel nachgelesen hatten und ihre Gedanken in anschaulicher Art und Weise in den Gottesdiensten präsentierten und in die heutige Zeit „übersetzten“.
Bei der Frage, wieso sich die Wege von Kirche und Diakonie getrennt haben und wie Beides doch untrennbar miteinander verbunden ist, übertrugen die Mitarbeiter etwa das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter in die Neuzeit: eine orientierungslose Frau am Bürgersteig; zwei Personen mit Aktentaschen gehen vorüber, ein Reisender hilft, wartet bis zum Eintreffen der Polizei, auch wenn er dadurch seinen Zug verpasst.
Ein anderer Dialog machte deutlich, dass ehrenamtliches Engagement zum Balanceakt werden kann, wenn die unterschiedliche Aufgabenverteilung etwa Missgunst hervorruft, wenn ehrenamtliche Hilfe ins Ausnutzen ausartet oder an seine Grenzen stößt, weil professionelle Hilfe erforderlich wird, oder wenn das Verhältnis zwischen Anpacken und Krafttanken ins Wanken gerät. „Sich im ehrenamtlichen Tun sicher zu sein heißt auch die Freude und Anerkennung zuzulassen, sich aber auch den Ängsten und Befürchtungen zu stellen“, war einer vieler Denkanstöße des Gottesdienstes.
In welchen Bereichen sich Menschen trotz dieser Spannungen in diakonischen Diensten im Dekanat engagieren, stellten unterschiedliche Vertreter „nur beispielhaft“ in den einzelnen Gottesdiensten in Schönborn, Holzappel, Altendiez und Burgschwalbach vor: Ilona Gasteyer etwa die Notfallseelsorge, Dieter Sahmer die Gefängnisseelsorge, Christiane Sonntag die Besuchsdienstarbeit, Dagmar Szitnick die Kleiderkammer und Elisabeth Trost die Tafelarbeit. Auch auf das Engagement von Sozialstation, Diakonischem Werk und Frauenhilfen machten Mitarbeiter in den Gottesdiensten aufmerksam. Symbole führten die vielfältigen diakonischen Bereiche vor Augen.
Hände, die handeln und Füße, die den Weg zu anderen Menschen finden, gab es am Ausgang als kleines Zeichen mit auf den Nachhauseweg, für manche ein Erinnerungsstück an den Gottesdienst, für andere eine Anregung, sich selbst zum diakonischen Dienst bewegen zu lassen. „Mit der Resonanz waren wir sehr zufrieden“, freute sich Pfarrerin Maike Kniese, die Diakonie-Beauftragte im evangelischen Dekanat Diez, denn dadurch habe die intensive Vorbereitung des ehrenamtlich engagierten Diakonieausschusses breite Aufmerksamkeit erlangt. Bernd-Christoph Matern
Teile des Diakoniegottesdienstes gibt es noch einmal zum Auftakt der Herbstsynode des Dekanats am Samstag, 29. Oktober um 8.30 Uhr in der evangelischen Stiftskirche Diez zu erleben.
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