|
RHEIN-LAHN/DORNHOLZHAUSEN. (30.September 2011) Musik erfüllte die dicht besetzten Reihen beim Dekanatsfrauentag, zu dem das evangelische Dekanat Nassau diesmal ins Dorfgemeinschaftshaus nach Dornholzhausen eingeladen hatte. Dabei gingen die Damen in Wort und Tat sowohl der Feststellung als auch der Frage nach: „Mit Musik geht alles besser!?“.
"Musik beginnt in der Stille", zitierte Dekan Friedrich Kappesser in seiner Begrüßung Wolfgang Amadeus Mozart und machte deutlich, dass auch Musik seine Zeit hat. Sie könne als Begleiterin in überschwänglichen fröhlichen wie als Trösterin in schweren Stunden empfunden werden. Wenn sie allerdings zur Dauerberieselung verkomme, „verschleudert man das Geschenk der Musik!“, so Kappesser. Dass Musik vom Mutterleib bis ins hohe Alter positiv wahrgenommen werde, erklärte Elke Seipel vom Verband evangelischer Frauen in Hessen und Nassau. Seipel: „Sie ist eine Form der Berührung mit Gott.“
Die Bildungsreferentin der evangelischen Kirche Rhein-Lahn, Claire Metzmacher, und Pfarrerin Yvonne Fischer aus Friedland machten in einem Referat sehr anschaulich deutlich, welch tiefe Wirkung vom Musizieren und Singen ausgeht und wie das, „was aus der Kehle kommt, die Seele berührt“, in allen Lebenslagen, gerade auch auf dem Friedhof. „Gut, wenn auch dort gesungen wird“, so Fischer, die die christliche Bedeutung von Musik unterstrich. Musik habe eine anerkannt heilende Wirkung. In der Betreuung von Demenzkranken wirke sie beispielsweise tief ins Herz hinein, sagte Metzmacher. Da erwache manches in der Kindheit und Jugend erlernte Lied zu neuer Kraft, „sofern man es denn einmal gelernt hat.“
 Auf sehr amüsante Art und Weise brachten Bärbel Scheele, Wilma Jungbauer und Christa Kolb Seele und Stimmbänder in Bewegung. Die drei Lahnsteinerinnen provozierten mit einem Sketch an der Theaterkasse herzhafte Lacher im Saal. Natürlich wartete der schöne Nachmittag nicht nur mit Worten auf. Der Seniorenchor der Kreismusikschule brachte unter Leitung von Werner Honig eine Reihe unterhaltsamer Sätze zu Gehör und unterstützte bei einem Kanon den ganzen Saal. Empfangen wurden die Frauen von altvertrauten Schlagern aus den 60er Jahren, und sie stimmten später selbst ins bekannte „Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt“ und in andere vom Singen handelnde Lieder mit ein.
An den liebevoll herbstlich geschmückten Tischen tauschten sich die Teilnehmerinnen bei Kaffee und Kuchen angeregt zum Thema aus und gingen nach dem Schlussgebet von Pfarrer Martin Ufer mit viel Musik im Herzen wieder nach Hause. Bernd-Christoph Matern
|