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SCHEIDT/RHEIN-LAHN. (20. Juni 2011) „Lebenskunst – Wovon leben wir?“ lautet das Schwerpunktthema des Verbandes Evangelischer Frauen in Hessen und Nassau in den kommenden zwei Jahren. In Scheidt lieferte Elke Seipel jetzt Vertreterinnen der Frauengruppen im evangelischen Dekanat Diez zahlreiche Denkanstöße, um das Jahresthema in den örtlichen Gruppen aufzugreifen und auf kreative Art und Weise zu vertiefen.
Dass es sich dabei um ein sehr komplexes Thema handelt, stellten die drei Dutzend Frauen schnell fest, die von Diez bis Katzenelnbogen, von Steinsberg bis Hahnstätten ins Dorfgemeinschaftshaus nach Scheidt gekommen waren, wo sie die Frauenbeauftragte des Dekanats, Inge Schmidt begrüßte.
Ein Kaleidoskop, Plakate, Bibelspruch, Kerzen und einen Koffer hatte Elke Seipel als Symbole für das Thema mitgebracht. Was die Frauen auf einer Reise alles in den Koffer packen und was ihnen als „Kofferinhalt“ für die Lebensreise wichtig ist – dazu wurden reihum Antworten gesammelt. Eine bunte Palette an Reiseutensilien kam dabei zusammen: von wärmenden Socken über Arznei, Adressbuch, Radio, Fotoapparat, Buch, Wecker und Ersatzgebiss bis zur Losung.
Den Koffer des Lebens hätten die Frauen aus dem Dekanat am liebsten unter anderem mit Glaube, Liebe, Hoffnung, Neugier, Erwartungen, Fingerspitzengefühl, Tatkraft und Dankbarkeit gefüllt. Seipel erinnerte an die Philosophin Martha Nussbaum, die in einem Projekt untersucht hat, was jeder Mensch für ein gelingendes Leben braucht, „ganz gleich ob er im Dschungel, in New York oder Scheidt lebt“, so die Frauenvertreterin. Dazu gehörten etwa die Fähigkeit zum Lernen, Mitgefühl, Leid und Freude, das Wissen um die Sterblichkeit oder die Verbundenheit mit anderen Menschen.
Viele kleine Denkanstöße lieferte Elke Seipel für die Aufarbeitung des Jahresthemas in den Gemeinden, zu dem die Lebenslust ebenso gehöre wie der Lebensfrust. Dabei soll die Beschäftigung mit dem Thema Lebenskunst auch in die Tiefe gehen, um den Frauen mehr zu bieten als es Internet und Zeitschriften tun, die ihre Leser mit Ratschlägen zum Leben förmlich „überschütten“, so Seipel. „Das mag manchmal auch ein hilfreicher Stups sein, bleibt aber doch oft an der Oberfläche.“
Ab Oktober gibt es beim Verband Evangelischer Frauen außerdem eine Materialmappe mit vielen nützlichen Hilfen und Anregungen für die Arbeit in den örtlichen Frauengruppen im Dekanat. Bernd-Christoph Matern
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