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RHEIN-LAHN. (3.Januar 2012) „Der Glaube ist unser größter Schatz, und es gibt nichts Schöneres, als ihn mit vielen verschiedenen Menschen ins Gespräch zu bringen“, sagt der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider. Erstmalig hat die EKD in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft missionarischer Dienste (AMD) ein Projekt ins Leben gerufen, mit dem bundesweit Glaubenskurse von evangelischen Gemeinden angeboten werden sollen. Auch in den evangelischen Rhein-Lahn-Dekanaten beteiligen sich Gemeinden an dem Projekt.
So startet etwa am Donnerstag, 12. Januar um 19 Uhr ein „Alpha-Kurs“ in der evangelischen Kirchengemeinde Singhofen. Gemeindepfarrer Harald Peter Fischer und Karl-Otto Naujoks aus Miehlen empfangen an elf Abenden die Teilnehmer mit einem gemeinsamen Essen, dann folgen ein Referat, eine Kaffeepause und eine Gesprächsrunde. Um 21.45 Uhr werden die Treffen beendet.
Themen, die bis zum 29. März unter anderem behandelt werden: „Wer ist Jesus?“, „Wie kann man die Bibel lesen?“, „Wer ist der Heilige Geist?“, „Heilt Gott auch heute noch?“ oder „Wie mache ich das Beste aus meinem Leben?“. Nähere Informationen und Anmeldung unter Telefon 02604-4076 oder 06772-2600.
„Neue Wege entdeckt man, indem man sie geht“, haben Pfarrer Martin Stock aus Frücht und Pfarrvikar Markus Bomhard aus Braubach ihren Glaubenskurs in der Barbarakirche in Braubach überschrieben. Mit einem Schnupperabend am Donnerstag, 16. Februar um 19.30 Uhr unter dem Motto „Den Aufbruch wagen – wir reden vom Glauben“ beginnt der Kurs für alle Neugierigen. Am 23. Februar startet die Reihe. Unter dem Motto „7 Wegstrecken zum Mitgehen“ stehen jeweils donnerstags folgende Themen im Mittelpunkt: „Der Weg zum Ich“, „Gott als Wegbegleiter?“, „Auf den Spuren Jesu“, „Auf(er)stehen“, „Mit Begeisterung Wege finden“, „Den Anderen als Weggefährten entdecken“ und „Den Weg gemeinsam feiern“.
„Das mit dem Glauben ist mir irgendwie immer fremd geblieben“ oder „Nach allem, was ich erlebt habe, kann ich einfach nicht mehr glauben", nennt Pfarrvikar Markus Bomhard ihm vertraute Sätze. „Wem es im Moment so oder so ähnlich geht, laden wir ein, sich mit uns gemeinsam an den sieben Donnerstagabenden auf den Weg des Glaubens zu machen.“ Menschen, die sich für den Glauben interessieren oder die nicht nur „fromme Sprüche hören“, sondern wissen möchten, ob und wie man Gott auch erfahren kann, erhalten in dem Kurs Antworten. Informationen und Anmeldungen für diesen Kurs unter Telefon 02627-598.
„Der Rat der EKD betrachtet solche einladenden Gespräche zum Glauben als eine zentrale Zukunftsaufgabe der evangelischen Kirche“, erklärt Nikolaus Schneider. Denn der „Grundwasserspiegel der christlichen Kenntnisse ist gesunken, aber die Neugier an den Inhalten nimmt zu. Mit dem Projekt ‚Erwachsen glauben‘ ermutigen wir die Landeskirchen, solche Glaubenskurse Schritt für Schritt zu einem Regelangebot und öffentlich erkennbaren Markenzeichen auszubauen.“
Auch der Vizepräsident des Kirchenamtes der EKD, Thies Gundlach, freut sich über dieses Angebot für alle Interessierte: „Bei Jugendlichen im Konfirmandenalter ist es für uns als Kirche selbstverständlich, die Grundlagen des christlichen Glaubens weiterzugeben und ein Kennenlernen zu ermöglichen. Inzwischen fragen aber auch immer mehr Erwachsene nach: Was kann ich glauben? Was ist glaub-würdig? Und was glaubt der christliche Glaube? Oder auch: Warum glaube ich eigentlich, was ich glaube?“
Projektleiter für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ist Pfarrer Klaus Douglass, im Zentrum Verkündigung Referent für missionarische Dienste. Er zeigt sich überzeugt, dass sich viel mehr Menschen für Glaubensthemen interessieren als durch die bisherigen kirchlichen Angebote erreicht werden. Gerade in der Lebensmitte würden sich Menschen tiefgründige Fragen stellen. „Wir müssen in Zukunft mehr darüber nachdenken, was es heißt, eine missionarische Volkskirche zu sein“, erklärt EKHN-Kirchenpräsident Volker Jung. Er ist davon überzeugt, dass die Glaubenskurse die Kirche auch im Inneren verändern werden, denn sie werde sich dabei auch auf ganz neue Menschen und ihre neuen Fragestellungen einlassen müssen. „Mission darf heute keine Einbahnstraße sein. Sie muss sich ernsthaft und auf Augenhöhe mit den Fragen und Anfragen der Menschen beschäftigen. Nur so können wir die alten Vorurteile gegenüber dem Missionsbegriff überwinden.“
Wer Interesse hat, einen Glaubenskurs zu besuchen, erfährt mehr über Inhalte und Hintergründe hier.
Gemeinden, die einen Glaubenskurs anbieten möchten, erhalten Informationsmaterial und Infos zur Ausbildung hier.
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