Herzlicher Empfang f?r Pfarrer Thomas Mangold in Bad Ems Drucken E-Mail

thumb_1a-einkapp_mangold_weberthumb_1a-einmaneingangBAD EMS. (15.März 2011) Thomas Mangold ist in der Kaiser-Wilhelm-Kirche in Bad Ems als neuer Gemeindepfarrer der evangelischen Kirchengemeinde eingeführt worden. Dekan Friedrich Kappesser segnete den 51-jährigen Theologen für das Amt an seiner neuen Wirkungsstätte und viele Gäste wünschten dem neuen Seelsorger im Ostbezirk der Kreisstadt Gottes Segen.

Angesichts vielfältigster Erwartungen an den neuen Mann der Pfarrstelle I rückte Kappesser die Aufgabe des Pfarrers in den Mittelpunkt seiner Einführungsansprache, der nicht im Auftrag einer Gemeinde, der Landeskirche oder des Kirchenvorstands arbeite und lebe. „Diener Christi und Haushalter über Gottes Geheimnisse“ habe Mangold zu sein thumb_1a-ein-kirchenschiffwie es im ersten Korintherbrief heiße, wörtlich übersetzt sei er ein „Handlanger Christi“. „Das ist alles“, so der Dekan. Gelingen könne der Dienst freilich nur dann, „wenn alle gemeinsam immer wieder danach fragen: Was ist der Wille Christi?“.

Mitten im Alltag Gottes Geheimnissen auf die Spur zu kommen, dafür bringe Mangold durch seine Berufserfahrung, unter anderem als Militärpfarrer sowie durch intensive thumb_1a-einmansegnungFortbildungen auch in der Notfallseelsorge, gute Voraussetzungen mit, erklärte Kappesser in dem von der Kantorei musikalisch umrahmten Festgottesdienst. Dann segnete er zusammen mit dem gesamten Kirchenvorstand Thomas Mangold. Segensworte sprachen ihm auch seine Frau Pfarrerin Cornelia Wesseling-Mangold und Horst Eichner zu.

In seiner Predigt über den Sündenfall im Paradies machte der neue Pfarrer deutlich, dass er sicher nicht als „Sündenpolizist“ nach Bad Ems gekommen sei. Vielmehr gehe es in der biblischen Geschichte um den Mensch als Beziehungsmodell. „Der Mensch ist als Einzelner nicht fertig“, so Mangold, nur ein Stück, das erst durch Gottes Atem zum Subjekt werde. Beziehungen seien allerdings zerbrechlich, von gegenseitigen Beschuldigungen belastet, über die Comedians ganze Abende Späße machen könnten; in der Tiefe betrachtet seien sie mit Mühsal, Schmerz und Tod verbunden. Der für ihn größte anzunehmende Glücksfall sei jedoch, dass Gott die Menschen nicht los lässt, auch wenn diese aus der Beziehung austreten. Dies gebe auch dem Pfarrer Kraft, ein liebender Seelsorger für seine Gemeinde zu sein. Zeugen des „Lebenshauches Gottes“ zu sein sowie das Miteinander, Füreinander und das Selbst zu pflegen, seien Aufgabe einer Gemeinde. „Ich freue mich auf die Begegnungen.“

thumb_1a-ein-wesseling_eichner_kappDass es angesichts der vielen Arbeit in einer Stadt, die den Weg zwischen Tradition und Zukunft sucht, nicht ausreicht, auf den von Hermann Hesse beschriebenen Zauber zu vertrauen, der jedem Anfang inne wohnt, sagte der Präses der Dekanatssynode, Dr. Frank Zimmerschied. Da sei die Bedeutung des Sonntags Invokavit, sich von Gott gerufen zu fühlen, die bessere Basis für den Dienst. Eine Gemeinde, die ihm aufgeschlossen und erwartungsvoll entgegenkommt, versprach der Vorsitzende der Kirchengemeinde, Siegfried Preuß, dem neuen Pfarrer. Aber auch das Kräfte sammeln dürfe nicht zu kurz kommen, wozu die Erholungsregion mit zwei Welterben beste Voraussetzungen biete.

Die Verbindung von Kirche und Kommune betonte Landrat Günter Kern. Die Verantwortung für Kinder, Jugend, Familien und Senioren sei ein breites Feld, das beide Seiten bewege. Und was Zukunftsängste weltweit oder durch die demografische Entwicklung anbelange, sei es gut, auch Antworten im christlichen Glauben zu finden. Mangolds Vor-vor-vorgänger Pfarrer Hermann Alves machte ihm wenig Hoffnung, dass die Kirchenbänke immer so gut gefüllt sind und wies auf die Tatsache hin, dass das Mehr an Unruhe in der Welt mit einem Weniger an Kirchenbesuchern einhergehe.

Auf ein gutes Miteinander freuten sich Maria Kraiczy für die katholische Kirchengemeinde St. Martin, Martina Griese, Leiterin der evangelischen Kindertagesstätte Arche Noah, Helmtraut Skotz vom Tanzkreis, Angelika Hannemann vom Gesprächskreis und Pfarrer Wilhelm Schmidt, der an die Wechselbeziehung zwischen Diakonie und Kirche erinnerte. Als langjährige und ehemalige Weggefährten wünschten Horst Eichner, Klaus Gerstenberg, Christoph Winter und Dekan Volkmar Gregori Mangold alles Gute und „beneideten“ die Bad Emser um ihren neuen Seelsorger. Bernd-Christoph Matern

Bildunterzeile (oben links): Dekan Friedrich Kappesser (links) und der Bad Emser Pfarrer Achim Weber (rechts) freuten sich, dass mit der Einführung von Pfarrer Thomas Mangold die Pfarrstelle I in der Kreisstadt nicht mehr vakant ist. Fotos: Matern