In Pusteblume achtsamen Umgang mit Natur erlernt Drucken E-Mail

thumb_1kitapusteblume10611NASTÄTTEN. (8. Juli 2011) „Achtsamkeit gegenüber mir, meinen Mitmenschen und meiner Umwelt.“ Dieses Thema stand jetzt über einem Projekt der evangelischen Kindertagesstätte „Pusteblume“ in Nastätten. Dabei ging es vor allem um Grenzerfahrungen. Alle 71 Kinder der Einrichtung waren eingebunden in das Projekt, das mit kompetenter Unterstützung von außen unter anderem in den Wald führte.

Sabine Stoltefaut und Martina Knabe wurden als Fachreferentinnen zum Thema gewonnen. Kinder und Erzieherinnen der Einrichtung erlebten zunächst zwei Aktionstage im Stadtwald von Nastätten. Dort ging es für die großen Kinder um Achtsamkeit gegenüber der Umwelt. „Die Kinder erlernten den sorgsamen Umgang und die Wertschätzung mit den Ressourcen der Natur“, erklärt Barbara Biener, Leiterin der Kita.

Nicht mehr gedankenlos Blätter von den Bäumen zu reißen sowie Achtung vor den Lebewesen des Waldes zu haben, waren Gesprächsthemen des Tages. Auf Spielsachen und Einrichtungsgegenstände im Kindergarten ließ sich diese Erkenntnis ebenfalls übertragen.

Im zweiten Teil ging es um die Achtsamkeit gegenüber den Mitmenschen: Die Grenzen anderer zu erkennen und zu wahren als Grundvoraussetzung für ein harmonisches Miteinander stand im Mittelpunkt. „Die Kinder lernten, sich mit Respekt und Freundlichkeit zu begegnen und sensibel für die Bedürfnisse und Empfindungen der Freunde zu sein“, so Biener. Von sich aus zum Wohle anderer und der Gemeinschaft eigene Wünsche zurückzustellen – das waren neue Erfahrungen. Die Übung dazu: Ein Spielpartner, der die Augen verbunden hatte, musste auf dem unebenen Boden durch den Wald geführt werden.

Die Achtsamkeit „gegenüber mir“ war Schwerpunkt des dritten Teils. Die Kinder sollten erfahren, eigene Grenzen klar zu benennen und abzustecken. Dazu zählt, Selbstvertrauen zu entwickeln, klar und deutlich auch „Nein“ sagen zu können und auch zu dürfen. Kein Kind sei dazu verpflichtet, alles, was andere von ihm erwarten oder fordern, zu akzeptieren. Das gelte sowohl für Kinder als auch für Erwachsene, erläutert Biener den Lerneffekt dieses Teils, das Recht auf eine eigene Meinung. Biener: „Ein starkes ,Nein´ ist Schutz für Körper und Geist.“

Die Zwei- und Dreijährigen lernten auf dem großen Außengelände des Kindergartens in vier Stationen die Bedeutung und den Unterschied zwischen „Ich“ und „Wir“ kennen. Zum Beispiel konnte das einzelne Kind auf der Nestschaukel nichts ausrichten, während gemeinsam mit einem Partner Bewegung und Spaß in die Sache kam. „Weil Kinder immer auch Spiegelbild des eigenen Elternhauses sind, war es für uns wichtig, auch Väter und Mütter mit in das Projekt einzubinden.“

An einem Elternabend machten sie zusammen mit den beiden Fachreferentinnen bei einigen Übungen ihre eigenen Erfahrungen zum Thema.