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NASTÄTTEN/RHEIN-LAHN. (5.Dezember 2011) Der Mensch wird älter. Das ist ein Grund dafür, dass sich immer mehr Menschen mit der Alterserkrankung Demenz auseinandersetzen müssen. Wie zuvor bereits in Lahnstein machte auch im Foyer des Stiftungsklinikum Mittelrhein (SKM) in Nastätten eine Ausstellung auf die Beeinträchtigung aufmerksam und trug mit dazu bei, die Bevölkerung aufzuklären und Vorurteile abzubauen.
Die von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung (LZG) zusammengestellte Schau zeigt 20 Bilder des Hamburger Fotografen Michael Hagedorn, die allesamt dazu auffordern, Menschen nicht auf ihre Einschränkungen zu reduzieren, sondern die Lebensfreude darzustellen, zu der die Patienten fähig sind und die positiven Seiten, die das Zusammenleben mit ihnen bedeuten kann. „Die Erkrankungen mögen zwar den Abschied von sozialen Kompetenzen bedeuten, sind gleichzeitig aber auch der Aufbruch für emotionale Kompetenzen“, erklärte Jupp Arldt, Geschäftsführer der LZG, „und in diesem Punkt haben sie uns sogar vielleicht etwas voraus.“ 70.000 Menschen seien im Land von der immer noch mit viel Scham besetzten Erkrankung betroffen. Die Ausstellung solle mit dazu beitragen, Ängste abzubauen
„Ich kann aus der Erfahrung der eigenen Arbeit nur sagen, dass es sehr viele fröhliche Demente gibt, die uns brauchen“, sagte Doris Seis, Leiterin der Altenhilfe des SKM, während der Eröffnung, die deutlich machte, dass kaum jemand in seinem Umfeld niemanden kennt, der von Demenz betroffen ist. Über die persönlichen Erfahrungen in der Familie berichtete etwa auch Bürgermeister Raimund Friesenhahn und meinte: „Ich habe heute keine Angst mehr davor.“ Sprachlos mache sie die Einstellung von Menschen, mit fortgeschrittener Demenz nicht mehr leben zu wollen, erklärte die Pflegedienstleiterin des Pflegeheims Paulinenstift, Karin Oster. Trotz Demenz gebe es sehr viel Gutes für Betroffene wie für Pflegende zu erleben. „Die Fotografien sprechen da eine deutliche Sprache.“
Eine vom „BücherLand“ Nastätten aufgebaute breite Auswahl an Literatur zu der Alterserkrankung begleitete die Ausstellung. Außerdem gab es zum Thema ganz praktische Informationen vom Netzwerk Demenz. So erläuterten etwa Jürgen Ackermann und Renate Phyllis Klinger von der Diakoniestation Loreley-Nastätten Entlastungsangebote für Familien mit Demenzkranken. Bernd-Christoph Matern
Mehr Informationen zum Thema gibt das Netzwerk Demenz Loreley-Nastätten unter Telefon 06772-939614 (Christa Klamp) oder 06772-8048682 (Karin Oster).
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