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 KAUB/RHEIN-LAHN. (1. Februar 2011) Um ein Zeichen zu setzen, haben sich evangelische Kirchengemeinden der drei Rhein-Lahn-Dekanate entschieden, bei sämtlichen Gemeindeveranstaltungen nur noch Kaffee aus fairem Handel auszuschenken. Eine davon ist die evangelische Kirchengemeinde Kaub-Lorch, die jetzt am Programm „2000 Gemeinden trinken fair“ von Brot für die Welt teilnimmt. Im Rahmen eines kleinen Empfangs mit Kaffeeprobe wurde am Kauber Pfarr- und Gemeindehaus ein entsprechendes Schild angebracht.
Pfarrer Urs Michalke überraschte dabei mit Zahlen und Fakten aus der Welt des Kaffees: Nach Erdöl sei Kaffee das weltweit wichtigste Handelsgut: Mehr als 100 Millionen Menschen lebten von Produktion, Verarbeitung und dem Vertrieb des Kaffees. Dass die schwarzen Bohnen heute trotz Inflation und allgemeiner Preissteigerung günstiger sind als noch vor 20 Jahren, klingt gut für Verbraucher, hat aber problematische Ursachen, nämlich unwürdige Produktionsbedingungen in den Herkunftsländern.
"Die Produzenten bekommen nur einen Hungerlohn", erklärte Michalke. „Die meisten von ihnen sind Kleinbauern, denen der seit Jahrzehnten andauernde Preiskampf auf dem Weltmarkt unwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen beschert.“ Die Lösung des Problems bestehe darin, den Bauern einen fairen Preis zu garantieren. Genau das mache die GEPA, der größte europäische Importeur fair gehandelter Lebensmittel und Handwerksprodukte. GEPA-Produkte sind seit mehr als drei Jahrzehnten in vielen Eine-Welt-Läden erhältlich.
Während in Deutschland nicht einmal zwei Prozent des vertriebenen Kaffees aus fairem Handel stamme, habe fair gehandelter Kaffee in Großbritannien bereits einen Marktanteil von mehr als 20 Prozent. Dies zeige das Potential, das unter ökologisch vertretbaren und menschenwürdigen Bedingungen produzierter Kaffee auch in heimischen Breiten habe.
Dass der Genuss von fair gehandeltem Kaffee kein Luxusvergnügen sein muss, zeige ein Blick auf den Preis. Im Schnitt sei er etwa 50 Prozent teurer als herkömmlicher Bio-Markenkaffee. Eine Tasse fair gehandelter Kaffee kostet somit zwischen 9 und 13 Cent. Erhältlich ist er in allen Eine-Welt-Läden und mittlerweile auch in vielen Supermärkten. Die Packungen verschiedener Hersteller tragen das „Fairtrade“- oder „Transfair“-Siegel.
Auch im Kauber Pfarrbüro (Schulstraße 27) ist fair gehandelter Kaffee zu haben: Das halbe Pfund GEPA-Kaffee der Sorten „Bio Organico“ kostet 3,30 Euro.
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