Kantorei Bad Ems bietet mystischen Zugang zur Passionsgeschichte Drucken E-Mail

BAD EMS. (26. April 2011) „Membra Jesu nostri“, so der lateinische Titel der am Karfreitag von der evangelischen Kantorei Bad Ems aufgeführte Zyklus von Kantaten, der die Betrachtung der sieben Gliedmaßen des am Kreuz sterbenden Jesus zum Inhalt hat. Eingebunden waren die Kantaten in die Lesung der Passionsgeschichte nach Johannes von Pfarrer Thomas Mangold und den Gesang der zahlreich erschienenen Gemeinde.

Mit der Kantorei musizierte ein Solisten- und Instrumentalensemble unter der Gesamtleitung von Dekanatskantor Ingo Thrun. Beeindruckende Musik bekamen die Zuhörer da geboten. Ein im Überfluss klangsinnliches und klangprächtiges Werk. Buxtehude nutzte dabei Teile eines aus dem Mittelalter stammenden Passionsgedichtes, dass er im Jahre 1680 mit einem zum entsprechenden Gliedmaß passenden Bibeltext zusammenführte.

Fünf der insgesamt sieben Teile kamen in Bad Ems zur Aufführung und mit der gebotenen Sorgfalt und Hingabe machten sich die Musizierenden ans Werk. Präsenz und Präzision zeichnete die Darbietung aus. Eindringlich verstand es die Kantorei, den Affektreichtum der Musik zum Ausdruck zu bringen. Dem standen die Solisten und die fünf Instrumentalisten in nichts nach und arbeiteten geschickt die Polarität der intimen Vertonung der Gedichtteile zu dem Klangreichtum der Bibelwortsätze heraus.

Wem der Zugang zu dieser geradezu mystischen Betrachtungsweise auf die Leidensgeschichte Jesu erschwert war - diese Aufführung hat ihm diesen Zugang auf eindrucksvolle Weise ermöglicht.