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FRANKFURT/RHEIN-LAHN. (7. November 2011) Karl-Peter Bruch ist mit überwältigender Mehrheit zum neuen Vorsitzenden der Hauptversammlung des Diakonischen Werks in Hessen und Nassau (DWHN) gewählt worden. Der Staatsminister a. D. aus Nastätten steht damit an der Spitze des höchsten Gremiums des DWHN, das quasi das Parlament des Verbandes ist. „Die Diakonie spielt im sozialstaatlichen und gesundheitspolitischen Kontext unserer Gesellschaft eine große Rolle: Die Diakonie ist dem Gemeinwohl verpflichtet und auf der Seite derer, die am Rande der Gesellschaft stehen, um aktive Teilhabe zu ermöglichen“, sagte Bruch nach seiner Wahl.
Die Diakonie stehe für den Zusammenhalt in der Gesellschaft und dafür, dass Ausgrenzung und Armut überwunden werden, so der ehemalige stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister des Landes Rheinland-Pfalz, der die Nachfolge des ehemaligen hessischen Sozialministers Armin Clauss (SPD) antritt, der die Aufgabe seit 1993 innehatte. „Als Vorsitzender der Hauptversammlung will ich dies nach meinen Möglichkeiten unterstützen und den professionellen Dienst der Diakonie stärken.“
Karl-Peter Bruch ist unter anderem Mitglied im Stiftungsbeirat der Fritz-Walter-Stiftung, in der Gesellschaft des Stiftungsklinikum Mittelrhein sowie im Vorstand der Stiftung Sporthilfe Rheinland-Pfalz/Saarland. Bruch ist Präsident des Behindertensportverbandes Rheinland-Pfalz und in verschiedenen diakonischen Arbeitsfeldern engagiert, unter anderem als Vorsitzender im Paulinenstift Wiesbaden der Diakonie. Außerdem gehört er der Landessynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau an. Über die Wahl Bruchs freuten sich auch die aus dem Rhein-Lahn-Kreis angereisten Vertreter Frank Puchtler (Oberneisen) und Holger Kniese (Birlenbach).
DWHN-Vorstandsvorsitzender Pfarrer Dr. Wolfgang Gern beschrieb vor der Hauptversammlung „die Diakonie als Spielraum der Freiheit, in der das Freisein für andere – ungeachtet aller Konflikte und Widersprüche – beharrlich praktiziert wird.“ Zugleich seien Diakonie und Wohlfahrtsverbände Spielball divergierender Kräfte im öffentlichen und politischen Handeln. Die sozialstaatlichen Einschränkungen drückten auf die Budgets diakonischer Einrichtungen. Die Diakonie stünde vor „Herausforderungen, bei denen wir uns nicht auseinander dividieren lassen dürfen. Es gibt zu Gemeinsamkeit, Verbundenheit und Strategie untereinander keine Alternative für die diakonischen Einrichtungen.“
Im Blick auf die Sparbeschlüsse der Regierung etwa bei Beschäftigung und Qualifizierung sagte er: „Arbeitssuchenden werden Fördermöglichkeiten und Rechte beschnitten. Im Endeffekt wird wieder einmal bei den Ärmsten gespart und nur noch in die Menschen investiert, bei denen es sich ,ökonomisch lohnt‘ “, kritisierte Gern. Zugleich rief er dazu auf, der öffentlichen Unterfinanzierung in der Pflegeausbildung entgegenzutreten.
Bildunterzeile: Der rheinland-pfälzische Staatsminister a.D. Karl Peter Bruch (Mitte) trat an der Spitze des Diakonischen Werkes in Hessen und Nassau die Nachfolge des hessischen Staatsministers a.D. Armin Clauss (3. von rechts) an. Erste Glückwünsche erhielt Bruch von den aus der Heimat angereisten Vertretern Frank Puchtler (3. von links) und Holger Kniese (rechts) sowie von DWHN-Vorstand Wilfried Knapp, dem Hauptausschussvorsitzenden Klaus Rumpf und dem Vorstandsvorsitzenden Pfarrer Dr. Wolfgang Gern (von links). Foto: DWHN/Klingelhöfer
Stichwort Diakonisches Werk in Hessen und Nassau (DWHN)
Das DWHN ist ein Mitglieder- und Dachverband für das evangelische Sozial- und Gesundheitswesen auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und zugleich Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege. Mit den 19 in seiner Trägerschaft befindlichen regionalen Diakonischen Werken und seinen 269 Mitgliedern – darunter sind Träger mit 401 Einrichtungen unter anderem der Alten-, Kranken-, Jugend-, Behinderten- und Flüchtlingshilfe – ist das DWHN der größte Wohlfahrtsverband in Hessen. Insgesamt sind in diakonischen Einrichtungen etwa 18.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Allein in der Geschäftsstelle des DWHN in Frankfurt am Main beziehungsweise bei den 19 regionalen Diakonischen Werken, deren Träger das DWHN ist, und ihren Außenstellen arbeiten mehr als 1150 Mitarbeiter.
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