|
BAD EMS/RHEIN-LAHN. (18. April 2011) Rund 250 Kinder und Jugendliche, die in Bad Ems Kindergärten oder Schulen besuchen, werden im Mai zu Stars in der Manege. Für das pädagogische Zirkus-Projekt unter dem Motto „Kannst Du nicht war gestern!“ haben sich sechs Bildungsinstitutionen der Kreisstadt zusammengeschlossen, um sich und ihre Sprösslinge unter professioneller Anleitung zu Akrobaten, Clowns und Künstlern ausbilden zu lassen.
Dabei sollen sie nicht nur für Kindergarten und Schule, sondern fürs ganze Leben lernen. „Vor Anderen auftreten, Selbstvertrauen und Vertrauen in andere Menschen gewinnen, gemeinsam etwas erreichen“, nennt Martina Griese die wichtigsten Ziele des Projektes, das vom 16. bis 21. Mai die Kinder und Jugendlichen eine Woche lang auf insgesamt fünf öffentliche Vorstellungen in einem 350 Zuschauer fassenden Zirkuszelt vorbereitet. Die Leiterin der evangelischen Kindertagesstätte (Kita) Arche Noah freut sich über die Zusammenarbeit mit dem katholischen Kindergarten St. Martin, der städtischen Kita Eisenbach, der privaten Kita „Play & Fun“ sowie der Freiherr-vom-Stein-Grundschule und der Adolf-Reichwein-Schule.
Und sie ist froh, dass sich der Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde Bad Ems als Trägerin des Projektes und ihr Vorsitzender Siegfried Preuß haben „infizieren“ lassen. „Auch wenn es eine finanzielle Herausforderung bedeutet, so ist das gemeinsame Ziel aller Beteiligten doch aller Mühe wert“, sagt Preuß, der dabei auf ein breites Sponsoring hofft. „Es ist einfach toll, wie alle mit Feuer und Flamme dabei sind.“ Die Schirmherrschaft hat Landrat Günter Kern übernommen.
In neun Arbeitsgruppen ist jetzt ein Team von rund 30 Personen aktiv, damit das Projekt in die Tat umgesetzt werden kann. Zeltaufbau und -nutzung, Kindergruppen-Betreuung, Bewirtung, Kooperationen müssen unter anderem organisiert werden. „Das ist logistisch schon eine Wahnsinnsarbeit“, so Preuß. „Und es fördert die sozialen Kompetenzen der Kinder, wenn in der Projektwoche aus den unterschiedlichen Einrichtungen große und kleine, starke und schüchterne aufeinandertreffen und zusammenarbeiten“, erklärt Martina Griese.
 Den Anfang machten jetzt Lehrer und Erzieher bei einem Trainingstag in der Sporthalle Hasenkümpel, als Profis des Circus „ZappZarap“, die das Projekt begleiten, den Erwachsenen erste akrobatische Kunststücke beibrachten, die diese dann wiederum in der Projektwoche ihren Schülern und Kindern vermitteln sollen. „Das war schon recht ordentlich“, meinten Miriam Meisenburg und Linnert Hoffmeyer, die die Pädagogen unter anderem zum Balancieren auf Leitern, Bällen und Rollen anleiteten. „Vor allem das richtige Sichern ist fürs Einüben wichtig“, so die Zirkusmitarbeiter aus Leverkusen. „Mich hat richtig der Ehrgeiz gepackt, und ich war wirklich stolz, als es dann mit dem Jonglieren geklappt hat“, resümierte etwa Herbert Wackermann von der Adolf-Reichwein-Schule.
So soll es im Mai auch den Kindern und Jugendlichen gehen. Zunächst aber haben diese Gelegenheit, sich ihre Aufgabe für die Zirkusvorstellungen auszusuchen. Vom Clown über Feuerschlucker, Seiltänzer oder Einradfahrer bis zum Zirkusdirektor - für jeden und jede wird es etwas vorzuführen und zu tun geben, mit dem sie in neue Rollen schlüpfen, sich neu erleben, Grenzen überwinden und über sich selbst hinaus wachsen können. Bernd-Christoph Matern
|