Kinder wurden in Bad Ems zu Stars in der Manege Drucken E-Mail

thumb_1a-trapez0BAD EMS/RHEIN-LAHN. (23.Mai 2011) Schulranzen und Kindergartentasche blieben eine Woche zuhause, stattdessen hatten sich 250 Kinder und Jugendliche aus Bad Emser Kindertagesstätten und Schulen im Umgang mit Feuerstäben, Reifen, Tüchern, Nagelbrettern und Trapez geübt, um zu Stars in der Manege zu werden. Im professionellen Ambiente des Zirkus „Zapp Zarap“ demonstrierten sie mehr als 1000 Besuchern am Wochenende Fähigkeiten, für die sie bislang noch nie bewundert wurden.

thumb_1a-zpclownsIn ihren schmucken Kostümen warten in vier Vorstellungen jeweils rund 130 Kinder hinter dem Zelt am Sporplatz thumb_1a-kindervorzeltHasenkümpel auf ihren großen Auftritt. „Ich bin ganz schön aufgeregt“, gesteht der elfjährige Agin. Keinen Ton bringt die vierjährige Laura heraus. Wenige Minuten später ist gleisendes Scheinwerferlicht auf sie gerichtet. Als Seiltänzern, Zauberern, Fakiren, Feuerspuckern, Leiter-Akrobaten, Jongleuren und Trapezkünstlern schlägt den drei- bis 16-jährigen Artisten in dem mehr als 350 Menschen fassenden Zelt Bewunderung, Staunen und tosender Applaus entgegen.

Die Clownsgruppe sorgt mit ihrem immer und immer wieder missratenen Kunststück der balancierenden Flasche für herzhafte Lacher in den dicht besetzten Zuschauerreihen. Das krönende Finale sorgt nach 100 spannenden Minuten für ein herrliches Abschlussbild aller Künstler.

thumb_1a-ZPleiternthumb_1a-publikumSchon die Tatsache, dass 130 Kinder so verschiedenen Alters in der dunklen Enge hinter der Manege punktgenau wissen, wo sie zu gehen und zu stehen haben, grenzt an ein kleines Wunder, vom Mut, sich auf ein Trapez zu schwingen oder ein Nagelbrett zu legen, ganz zu schweigen. Gerade dreimal etwa 75 Minuten Zeit hatten die Kinder in der Projektwoche, das einzuüben. „Die Großen haben für die Kleinen ganz toll Verantwortung übernommen“, sind Susanne Diesler und Bärbel Gerharz von der städtischen Kita Eisenbach begeistert.

thumb_1a-saegefrauthumb_1a-feuerthumb_1a-trapez2Eine Erfahrung, die auch Erzieher und Lehrer der beteiligten Kindergärten ArcheNoah, St. Martin und „Play &Fun“, der Freiherr vom Stein-Grundschule und der Adolf-Reichwein-Förderschule unterstreichen. „Ich gebe zu, dass ich skeptisch war, ob das Projekt funktioniert, sowohl was die Körperbeherrschung anbelangt als auch das Zusammenspiel der unterschiedlichen Charaktere“, sagt Herbert Wackermann (Adolf-Reichwein-Schule). „Ich bin zu 100 Prozent eines Besseren belehrt worden und beeindruckt, mit wie viel Begeisterung und Engagement auch Neuntklässler mit Kindergartenkindern gemeinsam etwas auf die Beine stellen können“, so der Pädagoge.

thumb_1a-finaleSich gegenseitig Mut zusprechen, Verantwortung übernehmen und helfen – da hätten Erzieher und Lehrer ihre Schützlinge von ganz neuen Seiten kennen gelernt, berichtet Martina Griese, Leiterin der evangelischen Kita Arche Noah. Das zu erreichen war der Grund, warum die evangelische Kirchengemeinde die Trägerschaft für das Projekt übernahm. „Die Kinder haben gespürt, dass es auf ihre Konzentration und ihr Engagement ankommt, wenn die Vorstellung gelingen soll und dass das nur mit Teamgeist geht.“ Bernd-Christoph Matern

Eine professionell gemachte DVD von der Projektwoche und der Zirkusvorstellung mit herrlichen Impressionen kann für 15 Euro bei der evangelischen Kirchengemeinde bestellt werden. Deren Erlös kommt dem Projekt zugute.