Kirche auf der Buga-Bilanz: Ein Zipfel vom Paradies erlebt Drucken E-Mail

thumb_1a-bugaabfeuerwerk13thumb_1a-bugaabmesse161011-cm-KOBLENZ/RHEIN-LAHN. (17.Oktober 2011) Rund 700 Veranstaltungen mit etwa 7.000 Mitwirkenden und weit über 70.000 Besuchern, 150 begeisterte ehrenamtlich Mitarbeitende und zwei strahlende Projektleiter: So sieht die überaus positive Bilanz des ökumenischen Projektes „Kirche auf der BUGA 2011“ auf den ersten Blick aus. Gestern krönte die bundesweite Schau in Koblenz eine Abschiedsparty und ein stilvolles Feuerwerk, nachdem bereits am Nachmittag ein ökumenischer Abschlussgottesdienst stattgefunden hatte. Mehr als 3,5 Millionen Besucher verbuchten die BUGA-Veranstalter in der Rhein-Mosel-Stadt. 

thumb_11bugafestungskirche"Unter dem Leitwort ‚felsenfest wandelweise’ waren wir gemeinsam ein halbes Jahr ‚Kirche auf der Bundesgartenschau’. Gemeinsam, das heißt evangelische und katholische Christen miteinander, ganz und gar ökumenisch“, erklärte Pfarrer Sven Dreiser, evangelischer Projektleiter. Und sein katholischer Kollege, Pastoralreferent Kalle Grundmann, ergänzte: „Uns beiden kommt es so vor, als hätten wir in diesem BUGA-Sommer einen Zipfel vom Paradies erwischt.“

Das liegt zum einen sicher an der Vielfalt der Veranstaltungen: 300 Tageszeitengebete, 150 Mittagskonzerte, 45 meditative Friedhofsspaziergänge, 41 eigene Gottesdienste, 31 Gottesdienste von Gastgruppen, 32 Koblenzer Evensongs, 26 Mal KircheKunstKultur, 22 Biblische Weinproben, 12 Veranstaltungen im Rahmen des Schülerprojektes „…ab ins Paradies“, acht Großveranstaltungen und diverse Einzelveranstaltungen bot das Projekt an den 185 Tagen der Gartenschau in der Rhein-Mosel-Stadt. Außerdem hätten die meisten der rund 3,5 Millionen BUGA-Besucher eine oder sogar beide Kirchen – also die Festungskirche und die St. Kastor-Basilika – besucht, waren sich die beiden Projektleiter einig.

Die Gebets- und Gottesdienstzeiten seien ein wesentlicher Teil des großen Angebots gewesen, sagte Dreiser: „Wir thumb_11bugagottesdienstbesucher-cmhaben die Erfahrung gemacht, dass auch auf einer Gartenschau die Besucherinnen und Besucher eine Sehnsucht nach den Momenten der Stille und des Gebets mitbringen.“ Das sei besonders deutlich geworden im Raum der Stille in der Festungskirche. „Unzählige Kerzen sind von Menschen angezündet worden und zum Teil sehr bewegende Gebetsanliegen in die ausliegenden Bücher geschrieben worden.“ Auch mit dem kirchenmusikalischen Angebot in der Kastorbasilika habe man offensichtlich richtig gelegen, sagte Grundmann: „Die Menschen haben es genossen, und auch die Musikerinnen und Musiker hatten ganz offensichtlich ihre Freude daran.“ Er hob besonders den Koblenzer Evensong hervor, der auch nach der BUGA weitergeführt werden soll. Von Mal zu Mal hätten sich die Besucherzahlen gesteigert, am Ende sei die Basilika zu klein gewesen für alle Interessierten. „Das war schon sehr bewegend“, bekannte Grundmann.

thumb_11bugalogofelsenfest-cmDie wechselnden Ausstellungen in der Festungskirche hätten zu anregenden und intensiven Gespräch vor allem mit den Mitarbeitenden des Besuchsdienstes geführt, berichtete Dreiser. „Viele Besucherinnen und Besucher haben sich die Zeit genommen, die Bilder oder Skulpturen auf sich wirken zu lassen.“ Und auch die Ausstellungen im Rahmen des Schulprojektes „..ab ins Paradies“ seien gut angenommen worden, erklärte Grundmann: „Die Arbeiten haben oftmals zur Auseinandersetzung mit den Fragen nach persönlichem Glück, Verantwortung für die Schöpfung, Frieden und Gerechtigkeit angeregt.“

Auch die Auftraggeber des Projektes, die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) mit dem Evangelischen Kirchenkreis Koblenz und das Bistum Trier mit dem Dekanat Koblenz, sind sehr thumb_11bugabasilika-cmzufrieden über den guten Verlauf der ökumenischen Aktion. „Besonders glücklich und stolz macht es uns, dass sich ohne Probleme weit über 100 Menschen gefunden haben, die bereit waren, sich ehrenamtlich für das Projekt einzusetzen“, sagte Dr. Sabine Zoske von der Evangelischen Kirche im Rheinland. Sie seien mit großer Freundlichkeit und Kompetenz auf die Menschen zugegangen, hätten zugehört, Auskunft erteilt oder mit Rat und Tat geholfen. „Felsenfest haben sie zum Kirchenprojekt gestanden und haben wunderbar wandelweise auf die jeweiligen spontanen Notwendigkeiten reagiert“, sagte Zoske.

Hans-Werner Tonner vom Bistum Trier richtete den Blick auf die ökumenische Verbundenheit und damit auch in die Zukunft: „Und führe zusammen, was getrennt ist – so lautet das Motto der Heilig-Rock-Wallfahrt im nächsten Jahr in Trier. Bezieht man das Motto auf das gemeinsame Projekt „Kirche auf der BUGA“, so kann von einer gewachsenen Verbundenheit gesprochen werden.“ 185 Tage sehr gut angenommene Veranstaltungen belegten die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit der beiden Kirchen. „Das gemeinsame Projekt ‚Kirche auf der BUGA’ hat uns auf beeindruckende Weise gezeigt, wie Ökumene praktiziert und gelebt werden kann. An diesen Gemeinsamkeiten möchten wir bei der Christuswallfahrt in Trier anknüpfen.“

Superintendent Rolf Stahl (Ev. Kirchenkreis Koblenz) und der stellvertretende Dechant Pfarrer Helmut Kusche (Dekanat Koblenz) lobten die Nachhaltigkeit des ökumenischen Erfolgsmodells. „Kirche auf der BUGA" habe gezeigt, wie Ökumene vor Ort aussehen kann, wie gedeihlich sie ist.“

BUGA-Geschäftsführer Hanspeter Faas nannte das Kirchenprojekt einen „wichtigen Partner“. Von Anfang an habe man gespürt: „Das funktioniert, das wird gut.“ Die Beteiligung der Kirchen sei ein „ganz entscheidender Schlüssel zum Erfolg der BUGA“ gewesen, und mit Erfolg meine er vor allem die zufriedenen Besucher, sagte Faas. „Sie haben einen guten Job gemacht“, bescheinigte er den Projektleitern und ihren ehrenamtlichen Helfern.

thumb_11bugaschneiderwulff-cmBereits im Vorfeld der Bilanz-Pressekonferenz hatten sich der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann und der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, geäußert. Das Projekt sei ein „wichtiges ergänzendes Angebot zu all dem vielen, was es auf der BUGA zu sehen gab“, gewesen, sagte Ackermann. So wie die BUGA etwa durch die Farben die Sinne anspreche, habe das Kirchenprojekt die „inneren Sinne“ angesprochen. „Ich bin froh, dass das in ökumenischer Verbundenheit gegangen ist“, betonte Ackermann, „das hat einen guten partnerschaftlichen Eindruck auf mich gemacht.“

Auch der Präses nannte das Projekt ein „Musterbeispiel für eine gelungene ökumenische Zusammenarbeit“. Von Anfang an habe man gemeinsam geplant und Hand in Hand gearbeitet. „Das gefällt mir richtig gut.“ Davon hätten auch die Besucher profitiert. „Wir sind 185 Tage gemeinschaftlich unterwegs, haben an 185 Tagen gemeinsam eine gastfreundliche Kirche präsentiert.“

thumb_1a-bugaabfeuerwerk10thumb_1a-bugaabbesucher20Mit einer abwechslungsreichen, von großen Emotionen geprägten Feier und einem abschließenden Feuerwerk endete die BUGA Koblenz 2011 gestern nach 185 Ausstellungstagen. Nach einem ökumenischen Festgottesdienst auf der Sparkassenbühne waren noch einmal Tausende Besucher zu der Sonderbühne in den Festungspark geströmt, um sich von ihrem Sommermärchen zu verabschieden.

Der von dem international bekannten Sänger und Entertainer Thomas Anders moderierte Festakt präsentierte mit Musik, Tanz und Comedy einen schönen Querschnitt durch das vergangene BUGA-Veranstaltungsprogramm. Insgesamt besuchten 3.558.274 Besucher die BUGA Koblenz 2011, zu der ursprünglich zwei Millionen Besucher erwartet worden waren.  (Fotos: Bernd-Christoph Matern)