Kirchenvorst?nde lernen 60 konkrete Aufgaben kennen Drucken E-Mail

thumb_1a-eaakv-aufg200112NASTÄTTEN/RHEIN-LAHN. (6.Februar 2012) „Der Kirchenvorstand leitet nach der Schrift und gemäß dem Bekenntnis die Gemeinde und ist für das gesamte Gemeindeleben verantwortlich.“ So beschreibt die Kirchenordnung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sehr allgemein die Aufgaben der Kirchenvorstände. Was das ganz konkret bedeutet, erfuhren jetzt Frauen und Männer aus dem evangelischen Dekanat St. Goarshausen, die im Vorstand ihrer Kirchengemeinde Verantwortung tragen.

Eine Fortbildung der regionalen Ehrenamtsakademie Rhein-Lahn, zu der Bildungsreferentin Claire Metzmacher nach Nastätten eingeladen hatte, gab eine Reihe von Denkanstößen und lieferte einige neue Erkenntnisse. Schon die thumb_1a-eaakv-aufg200112begruessungVorstellungsrunde löste erste Verwunderung aus: manch kleine Gemeinden hatten mehr Kirchenvorsteher als größere; eine Folge der EKHN-Wahlordnung, die den Kirchenvorständen einen gewissen Spielraum lässt, über die Anzahl der zu Wählenden zu bestimmen.

thumb_1a-eaakv-aufgaben200112zettel60 Karten mit ganz konkreten Aufgaben des Kirchenvorstands teilte Referent Pfarrer Reiner Dietrich-Zender aus Frankfurt aus, die die große Bandbreite an Verantwortung deutlich machten. Erster Arbeitsauftrag an die Fortbildungsteilnehmer: Sie sollten diese Karten den Bereichen „Orientierung“, „Steuerung“ und „Integration“ zuordnen. Nicht alle Aufgaben-Karten waren so klar nachzuvollziehen wie die Wahl des Pfarrers, die Unterweisung Jugendlicher im evangelischen Glauben, die Bildung von Ausschüssen, Haushaltsplanung, die Nutzung der Räume oder die Festlegung von Gottesdienstzeiten und erreichbaren -orten.

Manche Formulierung brachte ins Grübeln, war so noch nicht bekannt oder verlangt den Gemeindegliedern ein großes theologisches Wissen ab. „Es ist ja toll, dass wir darüber zu entscheiden haben, ob unsere Liturgie reformatorisch, lutherisch oder uniert auszusehen hat“, meinte ein Kirchenvorsteher, „aber wo genau liegen die Unterschiede, und wie ist die unserer Gemeinde vertraute entstanden, in der sich von jedem etwas befindet?“ Stutzig machte auch die Aufgabe, durch gutes Vorbild, Mahnung und Warnung der Gemeinde zum Leben unter Gottes Wort zu verhelfen. „Können wir das überhaupt, oder ist das ein Aufruf zur Scheinheiligkeit“, war eine Mahnung aus dem Plenum.

thumb_1a-eaakv-aufg2012r_dietrich-zDie Zuordnung der Karten, Dietrich-Zenders Informationen dazu und die Gespräche darüber machten die Teilnehmer zumindest sensibel für ihre Aufgaben und deren Bedeutung. Nebenbei sorgte der Austausch untereinander für thumb_1a-eaakv-aufg200112refubeshilfreiche Tipps und neue Ideen, die Aufgaben zu erfüllen, etwa wie mehr Menschen zur Teilnahme an den vom Kirchenvorstand jährlich einzuberufenen Gemeindeversammlungen zu bewegen sind. Die einen Kirchenvorstände laden sämtliche Mitarbeiter dazu ein, andere kombinieren die Versammlung mit einem Bilder-Abend oder einem gemeinsamen Essen, damit mehr als ein erweiterter Kirchenvorstand daran teilnimmt.

Einen hilfreichen Impuls, damit Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher ihre Aufgaben erfüllen können, lieferten die Gedanken von Claire Metzmacher. Die Bildungsreferentin und Beauftragte der Ehrenamtsakademie hatte zu Beginn des Abends an einen Satz von Antoine de Saint Exupéry erinnert: „Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit zu verteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.“

Die Fortbildung der Ehrenamtsakademie Rhein-Lahn „Aufgaben und Selbstverständnis der Kirchenvorstände“ wird noch zweimal angeboten: Am Samstag, 11. Februar in Diez und am Samstag, 23.Juni in Lahnstein, jeweils von 10 bis 13 Uhr. Anmeldungen unter Telefon 06772-962364 oder E-Mail Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können .