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Kita Holzappel mit erstmals verliehenem G?tesiegel ausgezeichnet Drucken E-Mail

thumb_1guetesiegelkitaholzappel270811HOLZAPPEL/DARMSTADT. (29. August 2011) Fünf Kindertagesstätten in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) haben erstmals das deutschlandweit anerkannte Gütesiegel der „Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder“ (BETA) erhalten. „Unsere Kindergärten sind längst zu einem Markenzeichen der evangelischen Kirche geworden“, sagte Kirchenpräsident Volker Jung bei der Verleihung der ersten Gütesiegel in Darmstadt. Das erste überreichten Jung und die rheinland-pfälzische Familienministerin Irene Alt an die evangelische Kindertagesstätte in Holzappel.

Mit der Auszeichnung wolle die evangelische Kirche die vielen Qualitätsfacetten ihrer Kindertagesstätten würdigen. thumb_1schild_beta_qualitaetsfacetten„Dies ist nicht der Schlusspunkt der Qualitätsoffensive. Mit dem Gütesiegel wollen wir zum Weitermachen motivieren“, betonte Kirchenpräsident Jung. „Ihre besondere Qualität soll zum Vorbild für andere werden.“ Aus dem Toberaum der Kita und dem Schatten des Kirchturms heraus könnten die guten Ideen den Weg zu allen finden. Die ersten beiden Gütesiegel gingen an die evangelische Kindertagesstätte Holzappel und die Kindertagesstätte „Regenbogenland“ in Wirges.

Irene Alt, rheinland-pfälzische Ministerin für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen lobte den konsequenten Weg der evangelischen Kirche in der Qualitätsentwicklung der Frühpädagogik und sprach den Mitarbeitenden ihre Anerkennung aus. „Sie bringen ihr Herz und ihr Können ein“, sagte Alt. „Ich danke ihnen für das hohe Engagement mit dem sie den Kita-Alltag professionell meistern“. Das Evangelische Gütesiegel verstehe sie als „Wertschätzung gegenüber dem Weg, den man gegangen ist und gegenüber dem Erreichten“. Es stehe voll und ganz im Einklang mit den rheinland-pfälzischen Empfehlungen zur Qualität von Erziehung, Bildung und Betreuung. „Und es ist kein Siegel für fragwürdige Kontrollverfahren.“

Gemeindepfarrerin Sabine Jungbluth, Kita-Leiterin Gerlinde Hortsch und das Team freuten sich sehr über die Auszeichnung, ein Meilenstein ihres bisherigen Qualitätsmanagements, das den Mitarbeiterinnen ein großes Engagement abverlangt. "Die Arbeit mit den Kindern gehört zu den Schwerpunkten, die sich unser Kirchenvorstand gesetzt hat“, so Jungbluth. Seit fünf Jahren ist die evangelische Kindertagesstätte Holzappel, die vier Gruppen mit Kindern von zwei bis zehn Jahren betreut, am EKHN-Qualitätsentwicklungs-Programm beteiligt. Die Einrichtung einer Elternecke und die Neugestaltung des Eingangsbereichs waren praktische Nebeneffekte.

Dass vor allem die Arbeitsabläufe durch das Programm transparenter geworden seien, davon profitiere auch die Kommunikation zwischen Kita und Träger, innerhalb des Teams, mit den Kindern und mit den Eltern, erklärt die Theologin. Leitung und Team hätten sich ungeheuer engagiert, um das Gütesiegel zu erhalten, so Jungbluth. „Es ist eine schöne Bestätigung, dass wir uns mit unserer Kinderarbeit auf dem richtigen Weg befinden.“

Die Kita in Holzappel liegt nicht nur mitten im Dorf und der Natur der Esterau, sondern bezieht dies auch in den Alltag ein. „Bei uns hat das Dorf Priorität“, sagt Leiterin Gerlinde Hortsch. „Wir erkunden mit den Kindern das Dorf, besuchen die Feuerwehr, gehen zum Metzger, zum Bäcker, in die Kirche, ins Museum. Wir gehen auch zu den Orten und Plätzen, die in Sagen und Legenden vorkommen und lesen den Kindern die Geschichten dazu vor.“ Bei den Exkursionen werde etwa überlegt, wie es an den Orten damals ausgesehen haben könnte und warum der Hertha-See zum Beispiel ausgerechnet Hertha-See heißt. Auf dem großen Außengelände bauen die Kinder Insektenhotels, im nahe gelegenen Wald Hütten. Einmal die Woche gibt es den Wald- und Wiesentag, teilweise auch in Zusammenarbeit mit dem Förster oder mit Naturschutzverbänden. Drinnen gibt es Kreativecken mit Tonwerkstatt und Werkbank.

"Wenn die Kinder die Einrichtung verlassen, wissen sie ganz viel über ihr Dorf und auch über die Natur, die sie umgibt", so Hortsch, „und sie erleben, dass sie dazugehören. Wir achten aufeinander. Heimat so zu erfahren ist doch was Besonderes.“  (ehk/bcm)

Bildunterzeile:
Die rheinland-pfälzische Ministerin Irene Alt gratuliert Kita-Leiterin Gerlinde Hortsch zusammen mit Kirchenpräsident Dr. Volker Jung zum Gütesiegel. Pfarrerin Sabine Jungbluth (links), Gemeindevertreter und die Mitglieder des Teams freuten sich sehr über die Auszeichnung. Foto: Elke Heldmann-Kiesel

 

Hintergrund: Qualitätsentwicklung (QE)

Derzeit befinden sich etwa 500 Kindertagesstätten im Prozess der Qualitätsentwicklung (QE), bekannt unter dem Signet „Qualitätsfacetten“. Mit der Einführung des kirchlichen QE-Verfahrens leistet die EKHN einen erkennbaren Beitrag zur qualitativen Verankerung von Bildung, Erziehung und Betreuung in den evangelischen Kindertagesstätten. Sie sieht es als ihre Verantwortung an, in diesem Kontext religiösen Fragen Raum zu geben, christliche Traditionen in den Alltag zu integrieren, Begegnungen der Religionem zu ermöglichen und eine Werteerziehung zu fördern.

Evangelisches Gütesiegel BETA

Um das bundesweit anerkannte evangelische Gütesiegel BETA zu erhalten, müssen sich die Einrichtungen extern überprüfen und begutachten lassen und die vorgegebenen Standards und Qualitätsmerkmale erfüllen. Im Rahmen eines Pilotprojektes wurde das Verfahren in der EKHN erprobt. Es wurde jetzt erstmals an die beiden rheinland-pfälzischen und drei Kindertagesstätten in Hessen verliehen.