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FRÜCHT. (3. Mai 2011) Auch wenn die Thomaskirche in Frücht von weitem noch hübsch anzuschauen ist, so hat doch der Zahn der Zeit an dem in Teilen über 800 Jahre alten Gebäude genagt. „Die letzte umfassende Renovierung liegt gut 35 Jahre zurück“, erklärt Pfarrer Martin Stock, „da ist der Putz nicht nur sprichwörtlich ab.“ Die Mängelliste des Gotteshauses ist umfangreich: von einer Trockenlegung der Fundamente über Sanierungsmaßnahmen an der Heizung bis hin zu einem neuen Anstrich reichen die Aufgaben, die zu bewältigen sind. Über konkrete Maßnahmen wurde jetzt in einer Klausurtagung nachgedacht.
Die Instandsetzung von außen wird mit schätzungsweise 200.000 Euro zu Buche schlagen, aber „wenn wir unsere Kirche für die nächsten Generationen erhalten wollen, dann dürfen wir die Renovierung nicht aufschieben“, so Stock weiter. Der Kirchenvorstand teilt diese Ansicht und hat sich zur Besprechung erster Maßnahmen zu einer eintägigen Klausurtagung nach Kaub zurückgezogen. Themen waren zum einen die Belange rund um die Renovierung selbst, also beispielsweise die Festlegung, welche Baumaßnahmen Priorität haben, und zum anderen die Frage der Finanzierung.
Bei der Renovierung einigte sich der Kirchenvorstand darauf, zunächst die Mängel zu beheben, die die Bausubstanz der Kirche angreifen. Diese Mängel liegen weitgehend im Außenbereich (zum Beispiel bröckelnder Putz und Sandstein, feuchtes Gemäuer, Farbauswaschungen, poröser Fensterkitt). Daher wird zunächst die Außenhaut des Gotteshauses in Stand gesetzt. Derzeit laufen die nötigen Gutachten, damit Architekt und Handwerker später richtig reagieren können und der Kirchenvorstand Entscheidungskriterien zur Verfügung hat.
Parallel zur Außenseite muss eine neue Lösung für die Heizung gefunden werden, da der jetzigen ungenügende Sicherheit attestiert wird. Erst in einem zweiten Schritt wird es an die Renovierung des Innenraums gehen. Einfach wird das ganze Vorhaben nicht werden, denn alle Maßnahmen müssen mit der Landeskirche, die einen großen Teil der Kosten übernimmt, und dem Denkmalschutz abgestimmt werden. Von den im Raum stehenden Kosten bleiben für die Kirchengemeinde gut 40.000 Euro übrig, die sie allein schultern muss.
Um nicht alles Geld aus den Rücklagen nehmen zu müssen, überlegte der Kirchenvorstand während seiner Tagung in Kaub auch, wie zur Aufbesserung der Kasse beigetragen werden kann. „Um auch in Zukunft handlungsfähig zu bleiben, denken wir jetzt darüber nach, verstärkt Gelder einzuwerben und dabei gleichzeitig den Zusammenhalt in Kirchen- und Zivilgemeinde zu stärken“, erläutert Pfarrer Martin Stock. Genaueres kann er noch nicht sagen, weil sich das in Kaub gebildete Gremium für Fundraising, wie die Mittelbeschaffung im Fachjargon heißt, erst zu einem konstituierenden Treffen zusammenfinden wird, ebenso übrigens auch der erweiterte Bauausschuss, der die Renovierung der Thomaskirche begleitet.
Der Kirchenvorstand ist personell in beiden Arbeitsgruppen eingebunden, dennoch freut sich die Gemeindeleitung über alle Interessierten, die sich fachkundig engagieren wollen. Manuela Nörtershäuser
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