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Landessynode fordert schnelleren Ausstieg aus der Kernenergie Drucken E-Mail

thumb_1atomkraft_nein_dankeWEILBURG/RHEIN-LAHN. (15. Mai 2011) Die Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat auf ihrer Tagung in Weilburg eine Resolution zum Thema Kernenergie verabschiedet. Darin fordert sie „einen schnelleren, endgültigen und geordneten Ausstieg aus der Atomkraft (Abbau und Entsorgung) als im alten Atomkonsens vereinbart.“

Nach Auffassung der Synode, deren Tagung gestern zuende ging, übersteigt die Nutzung der Atomenergie „ganz grundsätzlich die Fähigkeit des Menschen zur Verantwortungsübernahme“, denn Menschen seien fehlerhafte Geschöpfe. Deshalb müssten auch ihre Technologien Fehler ermöglichen, ohne katastrophale Folgen entfalten zu können. Dies sei bei der Atomkraft nicht der Fall.

Es bedürfe eines „grundlegenden ökonomischen, sozialen und kulturellen Wandels“. Er könne als „Chance für ein gerechteres Miteinander von Mensch und Umwelt und eine friedliche weitere Entwicklung allen Lebens auf der Erde“ sein. Als notwendige Voraussetzungen für ein Gelingen der Energiewende nennt die Synode Bewusstseinsbildung, Akzeptanz in der Bevölkerung und eine tatsächliche, umfassende Bürgerbeteiligung. Jeder könne durch eigenes Handeln dazu beitragen, „tragfähige Brücken in eine risikoarme, nachhaltige Energiezukunft zu bauen“.

Dafür müssten notfalls auch höhere Energiekosten hingenommen werden. Die Kirchensynode ruft Kirchengemeinden, Dekanate und kirchliche Einrichtungen und Werke der EKHN auf, Klimagerechtigkeit in allen Bereichen zu stärken. Dazu gehörte, noch bewusster und effizienter mit Energie umzugehen, eine öko-faire Beschaffung anzustreben sowie Ökostrom mit Qualitätslabel zu beziehen. Die EKHN hatte sich bereits im vergangenen Jahr verpflichtet, ihren CO2-Ausstoss bis 2015 um 20 Prozent bezogen auf 2005 zu senken.

Die Resolution im Wortlaut: „Das Entsetzen ist so groß und so nah, dass ich es nicht fühlen kann. Es passt in eine Seele nicht hinein.“ (Pfarrerin der Ev. Gemeinde in Tokio kurz nach der Katastrophe in Japan)

Mehr Informationen über die Tagung in Weilburg finden Sie hier.