|
NASTÄTTEN/RHEIN-LAHN. (19. Dezember 2011) Mehr als 700 Besucher zählten die evangelische und die katholische Kirchengemeinde Nastätten an den Türen ihres diesjährigen lebendigen Adventskalenders. Der öffnete nicht nur die Türen interessanter Orte in der Bienenstadt und sorgte für vorweihnachtliche Besinnung sondern motivierte in diesem Jahr wie selten zuvor zum Helfen. Während eines Abschlussgottesdienstes überreichten die Veranstalter allein 49 Geschenk-Gutscheine an die Leiterin des Diakonischen Werkes Rhein-Lahn, Ulrike Bittner-Pommerenke.
Sie wird sie an Kinder weitergeben, die zur Kundschaft der Nastättener Tafel gehören. Die Tafel versorgt Empfänger von staatlichen Sozialleistungen regelmäßig mit Lebensmitteln. Weitere 20 Gutscheine erhalten bedürftige Kinder in Schulen und Kindergärten. Die Kinder können die 20-Euro-Gutscheine im Schreibwarengeschäft Gasteyer in Nastätten einlösen. Die Kalenderbesucher zahlten 15 Euro für jeden Gutschein, und Geschäftsinhaber Gasteyer legte auf jeden noch einmal fünf Euro drauf. Darüber hinaus spendete die Grundschule in Nastätten über eine Adventskranz-Bindeaktion zusätzliche 22 Gutscheine an die Veranstalter des ökumenischen Adventskalenders.
Doch damit nicht genug. Durch eine Vielzahl weiterer Geldspenden von Privatleuten und Firmen wie etwa Trigon, die Volksbank Rhein-Lahn, Schreib- und Spielwaren Gasteyer oder dem Modehaus Bayer kann Dank der Aktion noch ein anderer Zweig der diakonischen Arbeit unterstützt werden. Sie kommen als Zuschuss zur Erstlingsausstattung zehn Müttern zugute, die derzeit die Schwangerschaftsberatung des Diakonischen Werkes aufsuchen.
„Wir sind überwältigt von dieser Spendenbereitschaft“, so Matthias Metzmacher, Pfarrer für Gesellschaftliche Verantwortung der evangelischen Kirche Rhein-Lahn und Mitveranstalter der Aktion. „Mit dem ökumenischen Adventskalender können wir so neben den vorweihnachtlichen Begegnungen auch ein Zeichen setzen gegen Kinderarmut und Kinderbenachteiligung in Nastätten.“ Gerade in der Vorweihnachtszeit sollten Menschen die nicht vergessen, die bedürftig und oftmals sozial ausgegrenzt sind. Dazu gehörten auch die schwangeren, meist allein erziehenden Frauen, die in die Schwangerschaftsberatung des Diakonischen Werkes kommen. „Sie stehen in sozial bedrängten Verhältnissen und sind dringend auf seelische und materielle Unterstützung angewiesen“, erklärte Ulrike Bittner-Pommerenke. „Wir sind allen Einzelspendern und den Firmen im Namen der Kinder und Familien sehr dankbar.“
Mit der Beihilfe zur Erstlingsausstattung werde Weihnachten, „wo wir ja der Geburt Christi in armen Verhältnissen gedenken“, wahrhaft lebendig, so Metzmacher. „Das erscheint uns als eine sehr sinnvolle Hilfe für den Start ins Leben.“ Seinen Dank sprach Metzmacher dem Vorbereitungs- und Organisationsteam des Kalenders aus, in dem sich insbesondere Sieglinde Achenbach, Sibylle Klamp, Christel Groß, Rita Zöller, Brigitte Breitenbach, Gernot Casper und Armin Himmighofen engagiert hatten. Neben dem Effekt, Menschen helfen zu können, hätten die Akteure den Adventskalender mit seinen erfreulichen und besonderen Begegnungen sowie das gute Miteinander im Team als sehr hilfreich für die Ökumene empfunden, sagt Metzmacher. „Die Hand-in-Hand-Arbeit war einfach klasse und vertiefte gelungen die Adventszeit.“
Ein großes Dankeschön gebühre den Gastgebern, die liebevoll ihre Türen vorbereitet, Einblicke gewährt und zudem die Gäste noch mit Gebäck, Tee, Kakao, Glühwein und anderen Leckereien freundlich bewirtet hätten. Dass die Aktion im kommenden Jahr eine Neuauflage erfahren könnte, dafür spricht nicht zuletzt die Tatsache, dass beim Team bereits mehrfach Anfragen eingingen, auch einmal als Gastgeber der offenen Adventskalendertür fungieren zu wollen. Bernd-Christoph Matern
Zum Foto: Während eines Abschlussgottesdienstes in der evangelischen Kirche von Nastätten überreichten Mitarbeiter des ökumenischen Adventskalender-Teams Geschenk-Gutscheine für Kinder an die Leiterin des Diakonischen Werks Rhein-Lahn, Ulrike Bittner-Pommerenke (3. von rechts). Foto: Matern
|