Lebensgefahr: Kirche in Welterod gesperrt Drucken E-Mail

thumb_1a-wr-gesperrt280410aWELTEROD. (4.Mai 2010) Gesperrt ist seit vergangener Woche der Zugang zur evangelischen Kirche in Welterod. Der Grund: Es besteht Lebensgefahr beim Betreten des Grundstücks. An der Turmeinfassung hatten sich Steine gelöst, von denen jetzt noch mehr herunterzufallen drohen. Über das genaue Ausmaß des Schadens soll ein statisches Gutachten Klarheit bringen.

An die provisorische Überdachung des Haupteingangs der Kirche haben sich die Welteroder bereits gewöhnt. Schon vor anderthalb Jahren wurde sie angebracht, um die Kirchgänger vor kleineren Bröckchen zu schützen, die sich aus der Bruchsteinwand lösen könnten. „Der jetzige Schaden hat eine andere Dimension“, erzählt Gemeindepfarrerin Mirjam Ambrozic, nachdem in dieser Woche mit einer Hebebühne die steinerne Umrandung direkt unter dem Dach des Glockenturms genauer inspiziert wurde.

thumb_1wr-gesperrt2804detailDort hatte sich ein größerer Stein gelöst und war aufs Kirchdach gefallen. „Da ist nichts mehr sicher, teilweise sind die Steine wie Sand“, so die sichtlich geschockte Pfarrerin. Auch geläutet darf nicht mehr werden, um zunächst einmal jegliche Erschütterungen zu vermeiden. Jetzt müsse über ein Ausweichquartier beziehungsweise einen geänderten Gottesdienstplan nachgedacht werden. Zumindest die am Sonntag ursprünglich in Welterod geplante Goldene Konfirmation wurde in die evangelische Kirche in Diethardt verlegt. „Das weitere Vorgehen muss jetzt im Kirchenvorstand besprochen werden.“

Die Welteroder Kirche befindet sich in staatlichem Eigentum. Zuständig für das Bauwerk ist deshalb auch der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) in Diez. Allerdings muss sich an Sanierungen auch die Kirchengemeinde finanziell beteiligen. „Dass die Fassade saniert werden muss, war klar, was da aber jetzt auf uns zukommt, wird wohl ein größeres Ausmaß haben“, fürchtet Ambrozic. Bernd-Christoph Matern