Licht des Herrnhuter Sterns soll ins neue Jahr hinein scheinen Drucken E-Mail

thumb_1a-ak2011lichtdeslebensBAD EMS. (30. Dezember 2011) „Haltestellen“ – so war die diesjährige Adventsaktion der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde in Bad Ems überschrieben. An vier unterschiedlichen Orten leuchtete der Herrnhuter Stern, auch in der Hoffnung, dass er nach Weihnachten nicht in Vergessenheit gerät, sondern dass die Besucher der Aktion das Erlebte und die dabei erfahrenen Denkanstöße mit ins neue Jahr hineinnehmen.

Gerade die letzte der vier Haltestellen lieferte dazu Gelegenheit, die Aussegnungshalle des Bad Emser Friedhofs. „Ist das hier überhaupt eine Haltestelle?“, fragte Gemeindepfarrer Achim Weber die zahlreichen Besucher. „Oder ist es nicht vielmehr die Endstation? Wenn mit dem Tod wirklich alles aus ist, dann sind wir doch an der Endstation angekommen!?“ Weber erinnerte daran, dass das Licht des lebendigen Gottes die Sicht und den Blick verändert. „Der Stern des kommenden Gottes, der Licht in jede Finsternis bringt, für uns symbolisch in dem Herrnhuter Stern präsent, macht auch diesen Ort zur Haltestelle“.

Mit einem Gedicht von Peter Rosegger machte Weber auf die Bedeutung von Blumen für Verstorbene aufmerksam. Sie blieben auch über den Tod hinaus Lebens- und Liebeszeichen. Dabei deutete der Theologe auf einen großen Korb blühender Blumen. „Sie sind ein Zeichen eines kommenden Lebens, wo aus dem bisschen, das schon gut wäre, eine verschwenderische Fülle wird.“ Weihnachten bedeute Hoffnung und Verheißung, für viele die Vorfreude auf ein schönes Fest, ein Familienfest. Für Eltern und Geschwister, die ihr Kind oder ihre Brüder und Schwestern verloren haben, sei es dagegen schwer, diese weihnachtliche Freude zu empfinden. Trauernde fragten sich vielmehr, wie sie etwas von dem Licht, der Wärme und der Liebe dieses Festes spüren sollen, wo sie doch einen so schweren Verlust erlitten haben. „Wie geht man mit einem Fest um, das so viel mit Geburt, Neuanfang und Leben zu tun hat, während in einem selbst Schmerz, Wut und Verzweiflung herrschen?“

Weber erzählte die ergreifende Geschichte einer jungen Frau, die am 22. Dezember ihr Kind zur Welt bringen sollte und es dann durch eine Frühgeburt verlor. Es dauerte lange, bis sie wieder Weihnachten feiern konnte. Er zündete stellvertretend für alle eine Kerze an, weil das Licht in die Finsternis hineinscheint und sie durchdringt. „Die letzte Haltestelle im Advent soll uns allen helfen auch durch all das, was wir an Finsternis erfahren, durch alle Trauer und Traurigkeit hindurch, wieder Zugang zum Licht des Lebens zu bekommen“.

thumb_1a-ak2011abschlussemsEin Stück Licht hatte auch die Begleitaktion der Haltestellen gesorgt. Im Gemeindehaus übergab Weber mehr als 25 Gutscheine für die von der Bad Emser Tafel versorgten Kinder an die Leiterin des Diakonischen Werkes Rhein-Lahn, Ulrike Bittner-Pommerenke. Die Besucher der Haltestellen hatten es mit ihren Spenden ermöglicht, dass insgesamt fast 700 Euro für Mitbürger zusammenkamen, die derzeit nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. (sp)