Linda Selig koordiniert in Nastätten ehrenamtliche Flüchtlingshilfe Drucken E-Mail

thumb_1a-lindaselig03-16hoch_becrima-NASTÄTTEN/RHEIN-LAHN. (19. April 2016) Knapp 600 Asylsuchende leben derzeit in den Verbandsgemeinden Katzenelnbogen, Loreley und Nastätten. Sie werden von einer großen Zahl ehrenamtlich engagierter Menschen unterstützt. Damit sich diese austauschen und selbst Rat und Hilfe erhalten können, wurde in Nastätten eine Koordinierungsstelle eingerichtet.

Linda Selig ist seitdem Ansprechpartnerin für die ehrenamtlichen Flüchtlingshilfen in den drei Kommunen und der Stadt Nastätten. „Von Beginn an hat mich die nachbarschaftliche Hilfe in der Region beeindruckt, durch die viele gute Kontakte und Patenschaften zwischen neuen und alten Bewohnern entstanden sind“, erzählt Selig, die beim evangelischen Dekanat Nassauer Land angestellt ist. „Diese zivilgesellschaftlichen Strukturen in der Flüchtlingsarbeit verdeutlichen eine gelebte menschliche und christliche Solidarität – von der Loreley über das Blaue Ländchen bis zum Einrich“, erzählt die Koordinatorin, die ein Büro in der Verbandsgemeindeverwaltung in Nastätten hat.

Die vorhandenen Freiwilligenstrukturen in der Flüchtlingshilfe zu vernetzen und sie beratend zu unterstützen gehört zu Seligs Aufgaben. Das beginnt bei allgemeinen Fragen zum Ehrenamt wie etwa zum Versicherungsschutz und reicht über konkrete Informationen etwa zu den Möglichkeiten des Ehrenamts oder zu wichtigen Anlaufstellen für Asylbewerbern im Rhein-Lahn-Kreis bis hin zu Fortbildungen für die Begleitung von Flüchtlingen. „In der Koordination geht es auch darum, für Hilfsbereite, von denen es weiterhin viele gibt, eine passende Beschäftigung zu finden und andere Ehrenamtliche davor zu bewahren, sich selbst zu überfordern, damit die Freude am Helfen erhalten bleibt.“

Auch die Umsetzung neuer Projekte möchte Selig unterstützen, der außerdem der Austausch auf Verbandsgemeinde- und Landkreisebene wichtig ist, um Ankommen und Integration von Flüchtlingen erfolgreich zu gestalten. „Austausch und Abstimmung zwischen den kommunalen und zivilgesellschaftlichen Akteuren sind da essentiell.“ Zudem will sie die interkulturelle Kompetenz der Akteure stärken helfen. Zugute kommt Selig dabei ihr in Mainz absolviertes Studium der Ethnologie und Soziologie. „Es geht darum, als fremd wahrgenommene Verhaltensweisen zu verstehen. Dazu muss man sich in den anderen Menschen hineinversetzen“, erklärt Selig, erst recht, wenn Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammentreffen.

Um menschliches Verhalten und Handeln zu verstehen, sei ein Perspektivwechsel notwendig. „So wird ein Miteinander in interkulturellen Situationen möglich und man lernt zugleich viel über die eigene Prägung und Gesellschaft“. Praktische Erfahrungen sammelte die 29-Jährge als Mitarbeiterin der Beratungsstelle für Migration und Integration der Arbeiterwohlfahrt in Mainz.

In der Verbandsgemeinde Nastätten wurde auf Initiative von Verbandsgemeindebürgermeister Jens Güllering bereits im Januar 2015 ein „Netzwerk Flüchtlingshilfe“ auf die Beine gestellt. In diesem Netzwerk treffen sich seitdem ehrenamtlich Engagierte in der Flüchtlingshilfe und tauschen sich aus, stimmen sich ab und informieren sich gegenseitig. Unter anderem entstand so ein Patenschaftsprojekt. Das Engagement in den beiden Nachbarkommunen war nicht minder groß, wo zum Beispiel Kinderfreizeiten oder Sprachkurse von ehrenamtlichen Initiativen und Privatpersonen auf die Beine gestellt wurden.

„Schnell haben wir aber gemerkt, dass die Koordination der Ehrenamtler eine sehr große Aufgabe ist, die nicht quasi nebenbei von dem ohnehin ausgelasteten Personal mit erledigt werden kann“, erzählt Verwaltungschef Güllering. „Wir wollen vermeiden, dass sich Menschen ehrenamtlich anbieten, dann aber nicht zum Zuge kommen, weil die Koordination schwierig ist.“ Der Gedanke, in einem gemeinsamen gemeindeübergreifenden Projekt mit Unterstützung kirchlicher Einrichtungen eine halbe Stelle zur Koordinierung der ehrenamtlichen Initiativen zu schaffen, sei da zum richtigen Zeitpunkt gekommen. Güllering: „Ich bin allen Beteiligten für das gute Zusammenwirken dankbar und freue mich, dass wir mit Frau Selig eine Person gefunden haben, die sich hervorragend in ihr neues Aufgabengebiet einbringt.“

Finanziert wird die Stelle von den beteiligten Verbandsgemeinden, der Stadt Nastätten, der Paulinenstiftung und dem Diakonischen Werk. Anstellungsträger ist das evangelische Dekanat Nassauer Land. Bernd-Christoph Matern

Linda Selig ist montags und donnerstags unter Telefon 06772/802-45 sowie 0170/122 45 68 zu erreichen. Anfragen per E-Mail unter Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Informationen über Flüchtlingsinitiativen im Rhein-Lahn-Kreis finden Sie hier.