Menschen mit Behinderung kn?pfen wegweisend Kontakte Drucken E-Mail

thumb_1lahnstein-ww-kgdeknassauRHEIN-LAHN. (11. Februar 2011) „Weg-weisen“ ist ein Projekt des Caritasverbandes Westerwald-Rhein-Lahn überschrieben, das Menschen mit und ohne Behinderung beim Miteinander in ihren Ortschaften unterstützen möchte. Beschäftigte der Caritas-Werkstätten hatten Schilder mit ihren Wünschen bemalt, bei deren Verwirklichung sie nun auf die Unterstützung ihrer Heimatgemeinden hoffen. Jetzt überreichten in Lahnstein und St. Goarshausen evangelische Beschäftigte ihre bunten „Wegweiser“ an Vertreter der evangelischen Kirchengemeinden in den Dekanaten Nassau und St. Goarshausen.

Schwer bepackt mit rund 30 der fantasievoll gestalteten hölzernen Wünsche machten sich die evangelischen Kirchenvertreter anschließend auf den Heimweg. „Ein Fußballstadion in Weisel“, „den Lokomotivführerschein“, „eine friedliche Welt“ waren darauf etwa formuliert. Keine leichte Aufgabe, dabei behilflich zu sein. So mancher Wunsch dürfte wohl nicht nur die finanziellen Fähigkeiten der Gemeinde übersteigen, meinten Erwin Peetz und Robert Zewen von den Caritas-Einrichtungen in Lahnstein und St. Goarshausen bei den Übergaben in den beiden Rheinstädten.

thumb_1a-gohwegweisenzewen"Schon die Äußerung der Wünsche ist keine Selbstverständlichkeit“, sagte der Leiter des Edith-Stein-Hauses in St. Goarshausen Robert Zewen. „Deren Erfüllung ist aber nicht das Entscheidende. Vorrangig ist, sich mit den Wünschen und den Menschen selbst auseinanderzusetzen.“ Mit den Schildern werde es einfacher, über Wünsche zu reden, ins Gespräch zu kommen. „Wenn das gelingt, ist schon viel gewonnen. Die Rückmeldung in der Gemeinde zeigt: Der Mensch ist gesehen worden!“, so Zewen.

Insgesamt mit rund 100 Wünschen werden sich die evangelischen Gemeinden nun auseinandersetzen. Weitere Beispiele: „Mehr Engagement im Umweltschutz“, malte in grünen Farben ein Naturfreund in Lahnstein seinen Wunsch. thumb_1a-goh-ww-naehoch„Ich würde gern mal Boot fahren oder an einer Motorrad-Tour teilnehmen“, erläuterte ein Mann aus Kaub. Tischtennis spielen oder mit der Gemeinde in Urlaub fahren, ein theoretisches Fahrschultraining, Koch- und Tanzkurse fanden sich ebenfalls auf den Wunschbrettern. Schon bei der Übergabe der Schilder an die Vertreter der evangelischen Kirchengemeinden wurden Lösungsvorschläge angedacht und diskutiert.

thumb_1a-goh-wegweisengohDamit war bereits ein Ziel der Begegnung erreicht, über die Wünsche erste Kontakte zu knüpfen, miteinander ins Gespräch zu kommen und „sich auch miteinander auf den Weg zu begeben“, wie Zewen sagte. Nun bleibt es der Fantasie der Gemeinden überlassen, was sie mit und aus den Wegweisern machen. Nicht nur der evangelische Pfarrer Günter Rein erinnerte bei Kaffee und Kuchen im evangelischen Gemeindehaus in St. Goarshausen an die guten Beziehungen seiner Gemeinde zu den Behinderten-Einrichtungen in der Loreleystadt.

Manche Übergabe der Schilder zeigte, dass in vielen anderen Kirchengemeinden der evangelischen Dekanate bereits ein herzliches und selbstverständliches Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung gepflegt wird. Bernd-Christoph Matern