Mit gutem Gewissen gemeinsam Abendmahl feiern Drucken E-Mail

thumb_1a-oekumenvesper06-2011RHEIN-LAHN/MARIENFELS. (23. Juni 2011) Christen sind immer öfter gleichermaßen verwundert wie verärgert, mit welcher Selbstverständlichkeit mancher Zeitgenosse christliche Feiertage wie das heutige Fronleichnamsfest als arbeitsfreie Tage nutzt, ohne sich um deren Sinn und Hintergründe zu scheren. Die Botschaft des christlichen Glaubens gemeinsam stärker "unters Volk" zu bringen, war auch das Thema einer ökumenischen Vesper zur Einheit der Christen im evangelischen Dekanat St. Goarshausen.

Mit einer ökumenischen Vesper wurde in der evangelischen Kirche von Marienfels zur Einheit der Christen aufgerufen. Unter dem Motto „Zusammen glauben, beten und feiern“ versammelten sich dort Christen des evangelischen Dekanats St. Goarshausen und des katholischen pastoralen Raums Nastätten/Strüth zu Gottesdienst und Austausch im Rahmen der weltweiten Gebetswoche.

"Wir wollen miteinander glauben, beten und feiern, aber nicht mit angezogener Handbremse", sagte der Vorsitzende der katholischen Bezirksversammlung Rhein-Lahn, Lothar Bindczeck, in seiner Predigt in dem gut besuchten Gottesdienst. Überall wolle er mit gutem Gewissen gemeinsam mit evangelischen Christen Abendmahl feiern dürfen, erinnerte er an den ökumenischen Kirchentag in München und die dort erlebte Feier an 1000 Tischen. „Auch wenn sich davor über die Farbe der Tischdecken gestritten wurde – das war gelebte Gemeinschaft.“

Um Menschen für die christliche Botschaft neugierig zu machen, brauche es Christen, denen abzuspüren ist, dass gemeinsames Feiern reicher macht als jede Geldanlage. Es bedürfe weniger vieler Predigtworte und theologischer Diskurse als vielmehr der Glaubwürdigkeit. Dazu zähle die Art und Weise, wie Christen „das Brot miteinander brechen“, wie sie mit Problemen umgehen und nach Lösungen suchen. Bindczeck: „Streiten dürfen wir uns, das haben auch Jakob und Esau getan, aber: sie haben sich auch wieder versöhnt.“

Der Katholik erinnerte an Vieles, wodurch die Einheit der Christen auch in der Region bereits zum Ausdruck komme, wie den Eine-Welt-Laden in Nastätten oder die jüngste Adventskalender-Aktion. „Ökumene ist ein Weg der kleinen Schritte.“ Wünschenswert seien auch ein gemeinsamer Schöpfungstag und die Gründung einer regionalen Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) auf Kreisebene.

Nach dem gemeinsamen Beten und Singen in der Kirche nutzten die katholischen und evangelischen Besucher im Anschluss an die ökumenische Vesper die Gelegenheit, sich bei einem Imbiss nicht nur über die Predigtgedanken auszutauschen. Bernd-Christoph Matern