|
DAUSENAU/RHEIN-LAHN. (26.Januar 2012) Als Monika Sommer ist sie ins evangelische Pfarrhaus in Dausenau eingezogen, als Monika Christ hat sie es verlassen. Nicht nur für ihr privates Leben war die Zeit als Gemeindepfarrerin der Kirchengemeinden Dausenau und Hömberg-Zimmerschied prägend. Vor allem dienstlich hat die Theologin viel bewegt. Am Sonntag, 29. Januar um 17 Uhr wird sie mit einem Festgottesdienst in der St. Kastor-Kirche feierlich verabschiedet.
"Vor allem die Menschen werde ich wohl vermissen, die Tatsache, dass jeder jeden kennt und weiß, wer was kann, die kurzen Wege", blickt Christ auf ihre sieben Jahre dauernde Amtszeit an ihrer ersten Pfarrstelle zurück. In Höhr-Grenzhausen, wo sie ab Februar Dienst tut und ihr Mann Arbeit gefunden hat, erwarten sie jetzt größere Strukturen. Ans Herz gewachsen sind ihr auch die beiden Gotteshäuser. „Die schöne St. Kastorkirche ist mir sehr heimatlich geworden, sie ist weit und gleichzeitig bergend, man spürt, dass Gott hier zuhause ist.“
Vermissen werde sie auch die Hömberger Kapelle, in der man wie in einem Wohnzimmer sitze; „auch den Taufstein mag ich, schlichter Sandstein, ein Becken, in das Wasser kommt“. Und wenn sie sich an den Einbau der neuen Fenster in Hömberg erinnert, kommt sie ins Schwärmen: „Da hat sich im besten Sinne etwas bewegt.“ Der Kirchenvorstand hatte eine Idee und sie durfte einsteigen. „Es ist beeindruckend, mit wie viel Herzblut, Zeit und Kraft sich die Menschen in den Gemeinden hier ehrenamtlich für ihre Kirche engagieren, wie sie schaffen und anpacken.“
Auch das gegenseitige Vertrauen zwischen Kirchenvorständen, Gemeindegliedern und ihrer Pfarrerin hat sie als bereichernd für die ganze Gemeinde empfunden. „Es war so Vieles möglich, die Kirchenvorstände haben immer mitgezogen“, denkt sie an Erlebnisse wie Taufen auf dem Campingplatz, Brückengottesdienste oder Esel-Prozessionen zurück. Zu den Meilensteinen ihrer Amtszeit zählt sie nicht nur die Orgeleinweihung, Jubiläen, kirchenmusikalische Ereignisse oder die Aufführung eines großen Kindermusicals. „Jeder der Kinderkirchentage in Dausenau und Hömberg etwa war für mich ein Meilenstein.“
In beiden Orten sei eine Form der Kinder- und Jugendarbeit gefunden worden, die auch zu deren heutigen Lebensumständen passt. Die Beschäftigung mit Kindern und Jugend gehöre zu den wichtigsten Aufgaben einer Gemeinde, weniger weil sie die Zukunft von Kirche bilden, sondern vielmehr, „weil sie unbefangen und unvoreingenommen die richtigen Fragen stellen und uns selbst dadurch zwingen, immer neue Worte für unseren Glauben zu finden“. Dazu zählt sie auch ihren Schuldienst am Goethe-Gymnasium in Bad Ems, den Christ noch bis zu den Sommerferien ausübt, „in einem ganz tollen Kollegium“.
Als Dienstort hat Christ ihre erste Wirkungsstätte als Pfarrerin kennen gelernt, als ein Stück Heimat hat sie ihn nun verlassen. „Ich empfinde den Beruf auch so, dass man aufbrechen muss, das war auch bei den biblischen Propheten so“, sieht sie nun ihrem Dienst in Höhr-Grenzhausen optimistisch entgegen. Doch zuvor verabschiedet sie sich in dem Abschlussgottesdienst am Sonntag von den Menschen der beiden Kirchengemeinden. Bernd-Christoph Matern
Zum Foto: Ein letztes Mal verschließt Monika Christ die Tür des Pfarrhauses in Dausenau. Am Sonntag wird sie in einem Festgottesdienst in der evangelischen St. Kastor-Kirche in Dausenau um 17 Uhr verabschiedet. Foto: Matern
|