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BAD EMS/NASSAU/RHEIN-LAHN. (14.Juli 2010) Als Oberin des Diakoniewerks Friedenswarte in Bad Ems arbeitete sie zwar „nur“ rund fünf Jahre – doch ihre Kräfte stellte Brigitte Schultz bereits seit Jahrzehnten in den Dienst am Nächsten, in der Kinder- und Jugendhilfe, als Mitarbeiterin, Verwaltungsleiterin und Oberin des Diakoniewerks Jerusalem in Hamburg und seit 2005 in Bad Ems. Dafür wurde ihr jetzt zum Abschied in den Ruhestand während eines festlichen Gottesdienstes im Georg-Vömel-Haus das Goldene Kronenkreuz der Diakonie überreicht. Für die scheidende Oberin wird es keine Nachfolgerin geben.
Pfarrer Friedhelm Menzel vom Diakonischen Werk in Hessen und Nassau zeichnete Schultz mit dem höchsten diakonischen Ehrenzeichen aus. Der Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung Diakoniewerk Friedenswarte, Dr. Manfred Unglaub entpflichtete Schultz mit den Worten: „Sie haben das Arbeitsklima und die Atmosphäre in unseren Häusern durch hohes Fachwissen, ihren Glauben, ihre Offenheit, Herzlichkeit und Fröhlichkeit geprägt.“ Wie Unglaub sagte, wird die Stelle der Oberin nicht wieder besetzt, sondern deren Aufgaben künftig auf mehrere Schultern verteilt.
Oberin Lydia Schranz aus Bern nahm Schultz‘ Kette entgegen, die sie als Oberin der Bad Emser Diakonissen auswies. Zusammen mit dem Gast aus Bern gab Stiftungsvorsteher Pfarrer Wilhelm Schmidt einige Zitate von Schwestern und Mitarbeitern der Friedenswarte-Häuser in Bad Ems und Nassau zum Besten, die eine anschauliche Würdigung und Wertschätzung von Schultz‘ Engagement und Charakter waren.
An Ursprung und Entwicklung der Diakoniebewegung, die seit 2000 Jahren dem Vorbild Jesu nacheifert, „um unseren Nächsten ermutigend, tröstend und beratend den Rücken zu stärken und sie zu begleiten“, erinnerte der Propst für Südnassau, Dr. Sigurd Rink in seiner Festpredigt. „Kirche und Diakonie gehören zusammen“, so Rink, der die Schwester „Phöbe“ aus dem biblischen Römerbrief als Vorbild der Diakonissen erwähnte und in deren Fußstapfen auch die scheidende Oberin getreten sei. „Wir brauchen in dieser wie in jeder Zeit Menschen, denen andere am Herzen liegen, deren Worte nicht leer bleiben, die Unmögliches für möglich halten, deren Herz nicht leer und deren Hilfe nicht selbstsüchtig ist.“
Ein gutes Dutzend Frauen und Männer dankte Schultz in Grußworten und gab ihr beste Wünsche mit, allen voran Verwaltungsdirektor Axel Urban. Für den Bad Emser Beigeordneten Frank Ackermann hätte Schultz sogar noch ein Ehrenkreuz der Stadt verdient, weil sie dazu beitrug, dass der „Lotze-Bau“ bald Geschichte ist. „Vor 20 Jahren war es die Berliner Mauer, jetzt ist es dieser Schandfleck, an dessen Fall niemand geglaubt hätte.“ Gefühlte 20 Jahre habe sie in Bad Ems verbracht, dankte Schultz für die vielen guten Wünsche. Stadt und Region seien der Hamburgerin zur zweiten Heimat geworden, weshalb sie auch weiterhin in der Kurstadt wohnen bleibt. Bernd-Christoph Matern
Bildunterzeile:
Pfarrer Friedhelm Menzel aus Frankfurt überreichte der scheidenden Oberin der Bad Emser Friedenswarte Brigitte Schultz das Goldene Kronenkreuz der Diakonie. Für deren Engagement dankten auch Stiftungsvorsteher Pfarrer Wilhelm Schmidt, Verwaltungsdirektor Axel Urban, Kuratoriumsvorsitzender Dr. Manfred Unglaub, Dr. Werner Schwartz für den Kaiserswerther Verband und Propst Dr. Sigurd Rink (hinten von rechts). Fotos: Bernd-Christoph Matern
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