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NASSAU/RHEIN-LAHN. (18.Januar 2011) Nicht im Kloster Arnstein, sondern in der katholischen Kirche in Nassau trafen sich evangelische und katholische Christen in diesem Jahr zum traditionellen Neujahrsempfang der Ökumene im Nassauer Land, um für das Jahr um Gottes Segen zu bitten und es bei Essen und Trinken mit gemeinsamen Gesprächen beginnen zu lassen. Die Klosterkirche ist aufgrund von Reparaturarbeiten noch gesperrt. Das nahm allenfalls etwas von der Atmosphäre des Empfangs, aber nichts von der ökumenischen Verbundenheit in der Region des Nassauer Landes, die den Abend prägte.
Der katholische Pfarrer Peter Egenolf und Nassaus evangelischer Gemeindepfarrer Pfarrvikar Joachim Winkler lieferten den Besuchern der Neujahrsandacht wohltuende Impulse über Engelsgestalten. Mit Bildern erinnerten die beiden Theologen an Engel des Aufbruchs, des Trostes und des Geleites; Worte, die die Besucher überzeugt in das Lied „Heaven is a wonderful place“ einstimmen ließen. Zur musikalischen Umrahmung des Gottesdienstes trug die Schola der St. Bonifatius-Gemeinde Nassau bei.
Im Pfarrheim der katholischen Kirchengemeinde erwartete die Gäste dann eine leckere Suppe, bei deren Genuss viel über das bevorstehende Jahr geredet wurde. Dazu zählt auf katholischer Seite nicht nur die Hoffnung, dass die Klosterkirche Arnstein rechtzeitig vor der Pilgersaison wieder zu nutzen ist. Auch die Bildung einer neuen Pfarrei aus den fünf ehemals selbstständigen Kirchengemeinden wird fortgesetzt. „Ich hoffe, dass wir gemeinsam etwas schaffen, mit dem alle hinterher gut leben können und das die Motivation zur Gestaltung stärkt“, so Pater Egenolf.
Joachim Winkler hofft an seinem neuen Wirkungsort, dass das Engagement in und für die Kirchengemeinde im Laufe des Kirchenjahres weiterhin Aufwind erfährt und dass die gute ökumenische Zusammenarbeit fortgeführt und ausgebaut werden kann. Dazu soll auch der regelmäßige Austausch zwischen katholischen und evangelischen Seelsorgern aus dem Nassauer Land beitragen. Beim jüngsten Treffen wurde etwa nach Themen Ausschau gehalten, mit denen Kirche Menschen erreicht und anspricht, die in ihrer Gemeinde nicht aktiv sind. „Ich denke, dass hier für alle Seiten gute Ideen entstehen“, so Winkler.
Beiden Seelsorgern ist wichtig, dass sich die Menschen auch im Neuen Jahr nicht von der Flut an schlechten Nachrichten, die weitaus mehr Aufmerksamkeit erwecken als die guten, atemlos machen, hetzen und verwirren lassen. Sich in Projekten zu engagieren und zu helfen, wo Hilfe gebraucht wird, sei wichtig und sinnvoll, „aber wir müssen nicht die Welt retten“, spielte Egenolf auf einen aktuellen Popsong an. „Als Christen leben wir aus einer Hoffnung, die weit über den Tag hinaus geht.“ Bernd-Christoph Matern
Zum Foto: „Zugreifen erwünscht“ gilt im übertragenen Sinne auch für die ökumenischen Angebote im Jahr 2012: Ursula Wiese, die Vorsitzende des Kirchenvorstands der evangelischen Kirchengemeinde Nassau, brachte beim Neujahrsempfang der Ökumene im Nassauer Land Brötchen an Frau und Mann. Foto: Matern
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