Íkumene im Nassauer Land geht mit Zuversicht ins ungewisse 2018 Drucken E-Mail

thumb_1a-nje18grussstaude_becrima-KLOSTER ARNSTEIN/RHEIN-LAHN. (22. Januar 2018) Was das neue Jahr bringt, weiß niemand. Für die Arnsteiner Patres steht indes fest, dass sie zum Jahresende das Kloster Arnstein bei Obernhof verlassen. Am 3. Advent werden sie verabschiedet. Insofern war der diesjährige ökumenische Neujahrsempfang auch von etwas Wehmut geprägt.

"Mich persönlich macht es traurig und nachdenklich, weil es von Menschen, die den Weg der Nachfolge Jesu gehen wollen, immer weniger gibt“, sagte Bezirksdekan Pfarrer Armin Sturm in der traditionsreichen Andacht in der Klosterkirche, die er mit Nassaus evangelischem Pfarrer Stefan Fischbach leitete. Umso wichtiger sei es, dass sich Menschen wie bei diesem Neujahrsempfang finden, die sich immer wieder im Gebet versammeln und im Loben Menschen in die Nachfolge rufen.

thumb_1a-nje18kirche_becrima-Auch Stefan Fischbach hoffte, dass eine Lösung gefunden wird, um die kulturelle und religiöse Ausstrahlung des Klosters zu erhalten, „die dieser Ort schon immer gehabt hat“. Für Pater Bernhard Bornefeld ist das nahende Aus im Kloster für die Patres selbst kein Grund zur Schwermut. „Mein ganzes Leben war ich unterwegs“, sagte der Pater am Rande des Empfangs. Gedanken mache er sich um die Zukunft des Klosters und der Menschen, die sie zurücklassen müssen.

Die Andacht war aber auch geprägt von viel „Dankbarkeit und Freude“ sowohl über das gute ökumenische Miteinander in der Region als auch über die gemeinsame christliche Basis, auf die Stefan Fischbach hinwies. Der Theologe sprach über gute Vorsätze für 2018. „Viele Vorsätze scheitern wohl daran, dass es zu viele sind“, so Fischbach.

Mit einem Brief von Bernhard von Clairvaux an den gestressten Papst Eugen III. animierte er dazu, sich von Zeit zu Zeit sich selbst zu gönnen. „Wenn alle Menschen ein Recht auf dich haben, dann solltest auch du ein Mensch sein, der ein Recht auf sich hat“, zitierte Fischbach. Obwohl der Brief schon ähnlich alt wie das Kloster sei, habe sich an der Aktualität des hilfreichen Gedankens nichts verändert. Außerdem erinnerte Fischbach an das Psalmwort „Meine Zeit steht in deinen Händen“ und forderte dazu auf, sich vor Augen zu halten, „dass uns jeder Tag geschenkt ist!“.

thumb_1a-nje18suppe_becrima-Froh und unterhaltsam ging es anschließend beim gemeinsamen Essen und Trinken im Pilgersaal des Klosters zu, wo Pastoralreferent Michael Staude die Gäste begrüßte und das Team rund um den katholischen Ortsausschuss St. Willibrord Winden evangelische und katholische Besucher mit leckerer Gulaschsuppe verwöhnte. Bernd-Christoph Matern

Zu den Fotos:
Letztmals mit den Arnsteiner Patres, aber froh machend und unterhaltsam wie eh und je war der diesjährige ökumenische Neujahrsempfang im Pilgersaal, den eine Andacht in der Klosterkirche eingeleitet hatte. Fotos: Matern