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DÖRNBERG. (4.Februar 2011) Die Kirchenmusik hat es ihm angetan: Peter Meyer aus Dörnberg ist Organist aus Leidenschaft. Kaum eine Gemeinde in der Esterau und dem Dekanat Diez, die noch nicht in den Genuss seiner nimmermüden Kunst an der so genannten Königin der Instrumente gekommen ist. Ende vergangenen Jahres absolvierte der 30-Jährige eine weitere Ausbildungsstufe, die so genannte C-Prüfung für Organisten, zu der er jetzt die Urkunde überreicht bekam.
Als sichtbaren Lohn für seine erfolgreiche Weiterbildung, die zudem mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden war, erhielt er diese Woche sein Prüfungszeugnis. Den hörbaren Lohn ernten freilich die Besucher an Meyers vielen Wirkungsstätten. Zusammen mit Dekanatskantor Martin Samrock hatte er sich mehr als ein halbes Jahr intensiv auf seine C-Prüfung als Organist vorbereitet, übte sich in Gemeindebegleitung, Literatur- und Instrumentenkunde, theologischen Themen, liturgischem Spiel oder auch Improvisation. „Die Vorbereitung auf die Prüfung hat mir viele neue Impulse für den Dienst gegeben, denn mit der Zeit schleicht sich doch eine gewisse Routine ein“, so Meyer.
Die ersten Tastentöne erlernte er im Alter von acht Jahren am Klavier. Der Orgel entlockte er sechs Jahre später erstmals geistlichen Klang, als er vertretungsweise im Gottesdienst den Gesang begleitete. „Das könntest Du doch eigentlich öfter machen“, erinnert sich Meyer an den Satz des damaligen Pfarrers Dr. Wolfgang Herrmann. Und so übte Meyer nach seiner Konfirmandenzeit fortan am Königininstrument. Drei Jahre später hielt er den Eignungsnachweis (D-Prüfung) als nebenamtlicher Organist der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau in Händen, übernahm im Wechsel das sonntägliche Orgelspiel in Holzappel und Dörnberg. Heute spielt Meyer regelmäßig auch bei Gottesdiensten in Horbach im Altenheim, in Charlottenberg und Dörnberg-Hütte. Und wo es keine Orgel gibt, begleitet ihn bei seinen Einsätzen das Keyboard, ganz abgesehen von vielen Vertretungsdiensten im und außerhalb des evangelischen Dekanats Diez oder musikalischen Auftritten bei Konzerten, Lesungen, Hochzeiten, Beerdigungen und anderen Anlässen.
„Ganz gleich ob er Orgel spielt, Kinderchöre leitet oder mitsingt, wo es nötig ist – auf Peter Meyer ist Verlass; wann immer er gebraucht wird, ist er zur Stelle“, lobt die Holzappeler Gemeindepfarrerin Sabine Jungbluth das musikalische Engagement des Dörnbergers, für den „Urlaub“ in all den Jahren ein Fremdwort war. „Darüber hab ich noch gar nicht nachgedacht“, sagt er bescheiden, „aber ich kann mich zumindest nicht erinnern, dass ich mal einen Sonntag nicht an einer Orgel gesessen habe.“ Eher sorgt er zusätzlich noch als Chorleiter für musikalischen Schwung in den Gotteshäusern.
Auch darin setzte er auf eine gute Ausbildung, absolvierte 2002 seine Chorleiterprüfung. Besonders bei den Kinderchören in Dörnberg, wo er selbst einst mitsang, und in Holzappel weiß er bei Grundschülern die Lust am Singen zu wecken. Auch in dieser Funktion ist er, von den Proben ganz abgesehen, in Kirchen und bei öffentlichen Auftritten oft im Einsatz. Zeit für andere Hobbies bleibt angesichts dieses Engagements kaum. Doch, eines hat er noch: Geige spielen, was er nach dem Abitur in einer Diezer Musikschule lernte, „um mal ein anderes Instrument kennenzulernen“.
Einen Favoriten seines musikalischen Wirkens zu benennen, tut er sich schwer. „Jede Form, jeder Auftritt hat ja seinen eigenen Reiz, im kleinen wie im größeren Kreis“, sagt er. Aber am schönsten findet dann auch er, wenn sein Orgelspiel den Gemeindegesang in einer richtig vollen Kirche begleitet. Bernd-Christoph Matern
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