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DIEZ-FREIENDIEZ/RHEIN-LAHN. (14.März 2011) „Dieser Menschenschlag ist mir wohl vertraut“, sagt Pfarrer Christian Dolke. Am Freitag, 18. März, führt Propst Dr. Sigurd Rink den Theologen um 17 Uhr in der evangelischen Jakobuskirche Diez-Freiendiez mit einem Festgottesdienst in sein Amt als neuer Dekan des evangelischen Dekanats Diez und als Gemeindepfarrer der Jakobusgemeinde ein. Im November vergangenen Jahres hatte ihn die Synode zum Nachfolger von Hans-Otto Rether gewählt.
Alle Umzugskartons hat der 47-Jährige in seiner neuen Wohnung in der Mittelstraße noch nicht ausgepackt, die er Mitte Februar mit seiner Frau und den beiden neun Monate und zwei Jahre alten Kindern bezogen hat. Die vergangenen 14 Jahre war Dolke, der in Bethel und Heidelberg Theologie studierte und bei Marburg sein Vikariat absolvierte, Gemeindepfarrer in Hitzkirchen im Dekanat Büdingen (Wetteraukreis).
Der Rhein-Lahn-Kreis ist ihm nicht fremd. Seit seinem dritten Lebensjahr bis zum Abitur wohnte er mit seinen Eltern in Staudt bei Montabaur, ein Gemeindepraktikum führte ihn einst nach Singhofen. „Ich kenne die Gegend sehr gut“, sagt der neue Dekan, dessen Dienst am 1. März begann und für den die Region und die Mentalität der Menschen mit ein Kriterium waren, sich auf die vakante Dekane- und die Gemeindepfarrstelle von Diez-Freiendiez zu bewerben. „Die Mischung macht’s“, freut sich der Theologe, sowohl die Menschen in den vielen Landgemeinden des Dekanats mit ihren schönen Dorfkirchen (Dolke: „Ich brauche Erde unter den Füßen“) kennen zu lernen als auch das Leben im städtisch geprägten Diez.
Die Stelle des Dekans stellt für ihn eine neue Herausforderung dar, in der er auch seine zuletzt erworbenen Kompetenzen in die Praxis umsetzen kann. Der ausgebildete evangelische „Erwachsenenbildner“ absolvierte von 2005 bis 2009 ein berufsbegleitendes Masterstudium „Management in Social Organisations“ in Führungslehre an der Evangelischen Fachhochschule in Darmstadt. „Ich habe das damals ohne irgendwelche Karriereabsichten gemacht, aber jetzt bin ich froh, mit dem entsprechenden Wissen das neue Leitungsamt antreten zu können“, so Dolke.
Froh ist er auch, in seiner halben Pfarramtsstelle seinen theologischen Lieblingsaufgaben weiterhin nachgehen zu können: Seelsorge und Konfirmandenunterricht. Abgesehen davon, dass die Arbeit mit den Jugendlichen unverzichtbar der Zukunft der Gemeinden dient und gut gemacht eine Werbung für Kirche sein könne, reizt ihn auch die spannende Aufgabe, die vielfältigen Einstellungen und Erwartungen junger Menschen ans Leben mit der Vermittlung des christlichen Glaubens zu verbinden. „Und nebenbei: die vielen Fragen der Konfis sind auch für mich etwas Positives und dienen der Vergewisserung der eigenen Überzeugungen.“
In ihm selbst wurde durch seinen eigenen Konfirmationspfarrer die theologische Neugier geweckt. „Er litt an einer tödlichen Krankheit“, erinnert sich Dolke, „aber mit welch ruhiger Gelassenheit er damit umging, das hat mich gleichermaßen verwirrt, fasziniert und berührt.“ Ihm sei damals klar geworden, dass Glaube nicht nur ein philosophisches Gebilde ist, sondern eine echte Herzensangelegenheit. Christlicher Glaube befähige zum „Verrücken“, zum Perspektivwechsel, gerade in traurigen Zeiten.
Ganz unphilosophisch will er jetzt die Kirchengemeinden im Dekanat kennen lernen und wird dem Pfarrkonvent anbieten, reihum einen Gottesdienst zu halten, „damit ich auch etwas von der Atmosphäre des kirchlichen Lebens in den Gemeinden erfahre“. Ein erster Schritt für ein vertrauensvolles Miteinander mit allen im Dekanat agierenden Menschen, das Dolke besonders am Herzen liegt. Der Einführungsgottesdienst am Freitag, 18. März, beginnt um 17 Uhr in der evangelischen Jakobuskirche Diez-Freiendiez. Im Anschluss findet ein Empfang statt. Um 20 Uhr beginnt dann im „Haus der Vereine“ die Frühjahrstagung der Synode des evangelischen Dekanats Diez. Bernd-Christoph Matern
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