Propst Rink f?hrt Markus Fehlhaber in neue ?mter ein Drucken E-Mail

thumb_1a-einf041111-anjagemmerNASSAU/RHEIN-LAHN. (10. November 2011) In einem feierlichen Gottesdienst in der Stiftung Scheuern hat Propst Dr. Sigurd Rink Markus Fehlhaber als Pfarrer für Ökumene und Kultur für die evangelische Kirche an Rhein und Lahn und das evangelische Dekanat Nassau ins Amt eingeführt. Der 49-jährige Theologe, der zuletzt in einem Stadtteil von Offenbach als Gemeindepfarrer arbeitete, sei durch seine bisherige Erfahrung prädestiniert für die Aufgaben, die jetzt an Rhein und Lahn auf ihn warten, so Rink.

thumb_1a-einffehl041111-kappesserNicht nur der geografische Zuständigkeitsbereich Fehlhabers zwischen den Bundesländern Rheinland-Pfalz und Hessen, der hessen-nassauischen und der rheinischen Landeskirche sowie zwischen den drei Dekanaten Diez, Nassau und St. Goarshausen mache ihn zu einem „Grenzgänger“. Auch inhaltlich erschließe die Profilstelle in der Vielfalt ihrer Aufgaben Grenzbereiche, etwa die Unterschiede zwischen Christen verschiedener Herkunft und Ausprägungen oder überhaupt zwischen Menschen anderer Kulturen im Bereich der Ökumene. Hier könne der neue Pfarrer zu einem Brückenbauer werden, wie er das in seiner ehemaligen Gemeinde, einer der migrationsstärksten in der Landeskirche, bereits bewiesen habe.

thumb_1-041111propstdrsigurdrinkGrenz- und flussüberschreitend könnten darüber hinaus Projekte und Impulse sein, die sich das ökumenische Forum Welterbe Mittelrhein von Fehlhaber erhofft, damit dort Einheimische und Touristen die Bedeutung der Kirchen stärker wahrnehmen. „Geht hinaus in alle Welt“ - dieser Satz aus dem Matthäus-Evangelium, den Rink für die Einführung auswählte, „ist angesichts ihrer Beauftragung selbst erklärend“.

Fehlhaber warb in seiner Predigt für mehr Verständnis für Menschen, die andere Voraussetzungen haben als man selbst und dafür, deren Lebensfragen, -entwicklungen und -erfahrungen mit Respekt zu begegnen. Er wies auf thumb_1a-einf041111-liturgendie globalen Verstrickungen der Menschen untereinander hin und dass dadurch jeder Schuld trage: „Mein Tun oder Nichttun hat immer Konsequenzen für Andere.“ Davon solle man sich nicht lähmen lassen, sondern bereit sein, sich auch die Hände schmutzig zu machen. Wer zwischen den Stühlen sitzt, könne ermessen, wie die Brücke beschaffen sein muss, die darüber trägt.

thumb_1a-einffehl041111-funkschmidtalleAngesichts der umfassenden Stellenbeschreibung und der unterschiedlichen Erwartungen, die das Dekanat, die Arbeitsgemeinschaft Rhein-Lahn und das Mittelrhein-Forum an den neuen Mann hätten, zeigte sich der Präses des evangelischen Dekanats Nassau, Dr. Frank Zimmerschied, froh, dass mit Fehlhaber ein Pfarrer eingeführt wurde. Das könne das entscheidende Bindeglied sein, „um dort Einheit zu bilden, wo sie fehlt“ und eines, das die vielfältige Zusammenarbeit bereichert.

thumb_1a-einf041111-manfredsteiger„Fangen Sie mit dem an, was sie am liebsten machen“, erklärte im Namen der kirchlichen Arbeitsgemeinschaft Rhein-Lahn deren Vorsitzende Anja Gemmer. Für sie seien die Aufenthalte in Taize immer wieder ein Kraft spendendes und bewegendes Beispiel für gelingende Ökumene. Dass man aus dem gemeinsamen Gebet heraus zusammen arbeiten und wirken möge, wünschte sich auch der katholische Bezirksreferent Manfred Steiger für den Bezirk Rhein-Lahn.

Mut zum Brückenbauen machte Dr. Kai Funkschmidt vom Zentrum Ökumene der Landeskirche dem Amtskollegen, auf gute Früchte zwischen den Gemeinden des thumb_1a-einffehl041111offenbach1Kreises und Kirche und Staat hoffte Landtagsabgeordneter Frank Puchtler. Etwas traurig zeigte sich eine stattliche Abordnung von Fehlhabers ehemaliger Wirkungsstätte in Offenbach. „Aber für uns ist das ja ein gutes Zeichen, wenn die Leute sie nur so ungern gehen lassen“, erklärte Dekan Friedrich Kappesser fürs Dekanat Nassau, das zu der Einführung eingeladen hatte.

Fehlhaber komplettiert mit einer halben Stelle die vier nach der Dekanatsstrukturreform vor gut sieben Jahren geschaffenen rhein-lahn-weiten Arbeitsbereiche, zu denen auch Bildung, Gesellschaftliche Verantwortung und Öffentlichkeitsarbeit gehören. Bernd-Christoph Matern

Zum Foto (links oben): Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der drei Rhein-Lahn-Dekanate Diez, Nassau und St. Goarshausen, Anja Gemmer, überbrachte in deren Namen gute Wünsche für den Amtsstart Fehlhabers. Fotos: Bernd-Christoph Matern

Zum Foto (rechts oben): Dekan Friedrich Kappesser konnte nach dem Einführungsgottesdienst im Casino der Stiftung Scheuern viele Gäste zu einem Empfang des Dekanats Nassau begrüßen.