Propst Rink: Lärmschutz ist Anliegen der Kirche Drucken E-Mail

thumb_1a-rheintal-cm-WIESBADEN/RHEIN-LAHN. (13. Dezember 2011) Zur Lärmproblematik im Mittelrheintal und der Pfarrstellensituation im Taunus äußerte sich der Propst für Süd-Nassau Dr. Sigurd Rink in seiner traditionellen Jahrespressekonferenz zum Beginn des neuen Kirchenjahres. Während sich die theologische Nachwuchssituation überraschend verbessert habe, sieht Rink beim Lärmschutz dringenden Handlungsbedarf, um den Bevölkerungsrückgang am Mittelrhein zu bremsen.

Mit 40 Theologiestudenten, die sich bei der Landeskirche pro Jahr als Anwärter anmelden, könne ab 2018, wenn teils bis zu 100 Pfarrer jährlich in Ruhestand gingen, mit 35 - 40 Neueinstellungen pro Jahr gerechnet werden, erklärte der Vertreter der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) vor Pressevertretern in Wiesbaden. Das Theologiestudium gewinne an Kraft, auch für das Lehramt im Fach evangelische Religion an Schulen. Damit sei die Situation weitaus besser, als in der katholischen Kirche. Derzeit würden mehrheitlich Frauen ordiniert, sodass der Pfarrberuf weiblicher werde. „Wenn aber Männer künftig den Beruf nicht mehr ergreifen, wäre das schon ein Problem für uns“, meinte Rink.

Im Kirchengebiet habe sich die Lärmproblematik durch die Eröffnung der neuen Landebahn des Frankfurter Flughafens sowie durch den Bahnverkehr im Rheintal enorm verschärft, so Rink weiter. Im Rheintal unterstütze die Kirche die Anliegen der Bürgerinitiativen. Die Dekanatssynoden von Bad Schwalbach und St. Goarshausen hätten mit entsprechenden Beschlüssen auf die Lärmpegel von teils über 100 Dezibel aufmerksam gemacht. Rink fürchtet, dass immer mehr Menschen das Mittelrheintal wegen des zunehmenden Lärms an der europäischen Nord-Süd-Trasse zwischen Rotterdam/ Antwerpen und Genua verlassen. Schon heute seien die Immobilienpreise stark gefallen. Kurzfristig solle die Bahn vor allem leiseres Material auf der Strecke einsetzen, um die Schallemissionen einzudämmen.

Mit der Mitgliederentwicklung im Kirchengebiet zeigte sich Rink zufrieden. Der Rückgang liege bei knapp über einem Prozent, was zu einem guten Teil der Abnahme der evangelischen Bevölkerung geschuldet sei. Erfreulich sei die Entwicklung der Konfirmandenzahlen mit 17800 (2010). Etwa 90 Prozent der evangelischen Heranwachsenden würden auch konfirmiert. Ansteigend seien auch die Zahlen für die Erwachsenentaufen (1237) und der Trauungen (4058). Die EKHN zählte 2010 1,7 Millionen Mitglieder, die Propstei Süd-Nassau 331.000 Protestanten. Das Kirchengebiet der Propstei Süd-Nassau gleicht in Teilen dem Gebiet des Bistums Limburg. Es reicht von Diez bis Wiesbaden und von Rüdesheim bis in den Taunus nach Usingen. Mit großen Teilen des Rhein-Main-Gebietes ist die Propstei eine wichtige Größe in der EKHN. Rink ist einer von sechs Pröpsten, die zugleich Mitglieder der Kirchenleitung sind.