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MITTELRHEIN. (18. Mai 2012) Der Propst in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Dr. Sigurd Rink, der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz, der Landrat für den Rheingau-Taunus-Kreis, Burkhard Albers und die Staatsekretärin im Hessischen Sozialministerium, Petra Müller-Klepper, haben den Protest der Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn e.V. bei einer Kundgebung mit etwa 1500 Teilnehmern in Rüdesheim unterstützt.
Rink sagte bei der Versammlung an der Rüdesheimer Brömserburg: „Wir stehen als Evangelische Kirche zu den Menschen im Rheingau und am Mittelrhein und ahnen, was Sie hier Tag für Tag und vor allem Nacht für Nacht zu erleiden haben.“ Eine der schönsten Regionen Deutschlands werde verlärmt und veröde komplett. Die Kirchen stehen für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, so der Propst für Süd-Nassau weiter. Jedes menschliche Handeln müsse so ausgelegt werden, dass Gottes Schöpfung intakt bleibe. So wie die Farbwerke Hoechst vor Jahrzehnten ihre Abwässer nicht mehr in den Main hätten leiten dürfen, müsse das Unternehmen Deutsche Bahn AG Sorge dafür tragen, dass ihr Handeln im Einklang mit Mensch und Natur stehe.
Die evangelischen Dekanate in der Region, St. Goarshausen, Nassau und Bad Schwalbach hätten mit großen Mehrheiten Resolutionen verabschiedet und die Forderungen der Bürgerinitiativen am Mittelrhein unterstützt. Es gehe um den sozialen Frieden links und rechts des Rheins, und der sei gefährdet, beschrieb der zur Kirchenleitung der EKHN gehörende Propst die Situation.
Albers dankte der Evangelischen Kirche, dass sie für die Menschen am Rhein streite. Der Bahnlärm sei ein Anschlag auf die Gesundheit der Bürger und deshalb müsse sich die Politik darum kümmern. „Der Kampf geht weiter“, schloss der Landrat. Lewentz, der als linksrheinischer Politiker den Protest unterstützte, forderte, die Deutsche Bahn müsse Geld in die Hand nehmen, um die Lärmproblematik zu verbessern. „Wir wollen leise Züge täglich über 24 Stunden“, verdeutlichte er die Position der rheinland-pfälzischen Landesregierung.
Willi Pusch, Vorsitzender der Bürgerinitiative Bahnlärm (Kamp-Burghöfen) und Karl Ottes (Rheingaubund) bekräftigten die Forderungen an die Bahnverantwortlichen: Sogenannte Flüsterbremsen an den Waggons der Güterzüge, ein Nachtfahrtverbot, Geschwindigkeitsbeschränkungen sowie eine Alternativstrecke. Zur Demonstration hatten zahlreiche Bürgergruppen Protestbanner mit Slogans mitgebracht, die lauteten: „Stopp dem Bahnwahnsinn“, „Bahnlärm belastet“, „Lorchhausen sagt nein“, „Das Rheintal - ein Frachtkanal“.
Nach Angaben der BI passieren täglich 550 Züge die Bahnstrecken rechts- und linksrheinisch, davon etwa 400 Güterzüge. Auf die Nacht zwischen 22.00 und 6.00 Uhr entfallen allein rechtsrheinisch bis zu 130 Zugdurchfahrten, da die rechte Rheinseite durch Güterverkehr weit mehr belastet wird. Sobald die Strecke Rotterdam-Genua durch den neuen Sankt Gotthardtunnel in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts in Betrieb gehe, müsse man mit einer noch höherer Belastung durch Güterzüge von bis zu 1,5 Kilometer Länge und mit engerer Zugtaktung rechnen.
Roger Töpelmann
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