|
Schumanns Geburtstag kommt Orgelneubau in Bad Ems zugute |
|
|
|
BAD EMS/RHEIN-LAHN. (25. August 2010) Viele Besucher waren gekommen, die Dekanatskantor Ingo Thrun auf seiner Orgelempore in der Kaiser-Wilhelm-Kirche Bad Ems zu einer neuen Ausgabe von „Orgelmusik im Gespräch“ begrüßen durfte. Eher ungewöhnliche Werke standen auf dem Programm, nämlich die für Orgel des Jubilars Robert Schumann. 2010 jährt sich der Geburtstag des Komponisten zum 200. Mal.
Immerhin drei Werkkomplexe des deutschen Romantikers sind der Orgel beziehungsweise dem Pedalklavier gewidmet, jenem Instrument, das um die Mitte des 19. Jahrhunderts eine kurze Blüte erlebte. Biographische Notizen zum Leben Schumanns sowie ausgewählte Stücke aus den drei Sammlungen machten das „Innenleben dieser faszinierenden Musik“, so der Kantor, anschaulich und "anhörlich".
Die Zuhörer erlebten gediegene Kontrapunktik und schwärmerische Poesie in den Fugen über den Namen „BACH“. Mitreißender Witz und liebenswürdiger Charme in den Skizzen und Studien für das Pedalklavier sind in ihrer Gegensätzlichkeit ein Kennzeichen der Schumann‘schen Werke. Dabei zog Thrun immer wieder die beiden von Schumann selbst für die Darstellung seiner beiden konträren Seelenzustände erfundenen Personen Florestan und Eusebius heran. Florestan, der Stürmische und Eusebius, der Schwelger, so charakteristisch konzipierte Schumann auch hier die einzelnen Stücke.
Virtuoses Orgelspiel und informative Erläuterungen machten den Nachmittag zu einem kurzweiligen Vergnügen und ohne eine florestanische Zugabe wollten die Zuhörer sich und den Organisten nicht in den Abend entlassen. Die Begeisterung der Zuhörer zeigte sich dann anschließend ebenso in einer ansehnlichen Kollekte für den geplanten Orgelneubau in der evangelischen Martinskirche.
|