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 RHEIN-LAHN. (16.Dezember 2011) In Deutschland ist es still geworden ums Thema AIDS - in Afrika zählt die Immunschwäche nach wie vor zur häufigsten Todesursache. Der Arbeitskreis Mabira des evangelischen Dekanats Nassau unterstützt in seinem Partnerdistrikt in Tansania zwei Projekte, mit denen zum Einen die Aufklärung von Jugendlichen über die Gefahren einer Infektion mit dem HI-Virus gefördert wird und zum Anderen Frauen unterstützt werden, deren Männer an AIDS gestorben sind.
"Wir sind sehr froh, dass die Projekte über zahlreiche Spenden aus unserer Region zum Laufen gebracht werden konnten“, sagt Berthold Krebs, Vorsitzender des Arbeitskreises, der auf die weitere Unterstützung aus dem Rhein-Lahn-Kreis setzt. Bisher seien in vier Pfarreien in Mabira bereits mehr als 600 Frauen qualifiziert worden, um sich nach dem Tod ihrer Männer eine eigene Existenz aufzubauen. „Die Familien der Verstorbenen nehmen den Witwen den verbleibenden Besitz weg, auch um zu verhindern, dass er einem neuen Ehemann zukommen könnte“, berichtet Berthold Krebs. Tatsächlich blieben diese Frauen aber wegen des Infektionsrisikos meist unverheiratet.
Das Projekt unter Leitung der Pfarrerin Faustine Kahwa und ihrer Mitarbeiter hilft ihnen, selbständig zu werden, um für sich und ihre Kinder eine Lebensgrundlage aufzubauen, etwa durch den Anbau und Verkauf landwirtschaftlicher Produkte. In Seminaren wird den Frauen das notwendige Rüstzeug vermittelt.
„Das Schweigen brechen“ lautet der Titel des zweiten Projektes. Es setzt auf die Aufklärung Jugendlicher durch speziell ausgebildetes Personal. Das fördert in Seminaren, Gesprächskursen und Jugendcamps ein verantwortungsvolles Sexualverhalten sowie eine veränderte Lebenseinstellung und hilft, die Scheu abzubauen, sich einem AIDS-Test zu unterziehen. Die Jugendlichen sollen auf andere zugehen und auch ihnen die Scheu vor dem Thema nehmen.
Dank für die Unterstützung aus dem Rhein-Lahn-Kreis kommt auch aus Afrika selbst: „Wir danken Ihnen für die große Liebe, mit der Sie unsere Arbeit unterstützen, das ist wunderbar!“, schrieb Pfarrerin Faustine Kahwa jetzt an Krebs. Neben Strategien zur Gründung eigener Projekte und der Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion hätten nach einem Seminar in Nyamilembe und Businde, an dem allein mehr als 200 Witwen teilnahmen, „23 Frauen sich dazu entschlossen, einen AIDS-Test zu machen“, schreibt Kahwa unter anderem. Auch die Möglichkeit, sich erstmals mit anderen über das Tabuthema und die damit verbundenen Probleme auszutauschen, sei als sehr positiv empfunden worden.
Krebs hofft, dass die Spendenbereitschaft für das Projekt nicht abnimmt, damit es nicht nur im kommenden Jahr weitergehen kann. „Es ist zunächst auf drei Jahre befristet, wobei wir uns nach der positiven Resonanz aus Mabira natürlich wünschen würden, dass es dauerhaft helfen könnte, die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen.“ Schätzungen zufolge sind etwa 15 Prozent der Bevölkerung mit dem Virus derzeit infiziert. Fakt ist: einer von 20 Patienten der Krankenstation in Mabira leidet an AIDS.
An den Kosten des Projekts beteiligt sich neben der Karagwe-Diözese selbst mit einem kleinen Anteil vor allem die Landeskirche in Hessen und Nassau mit 80 Prozent; die restlichen rund 10.300 Euro teilen sich die Dekanate Nassau und Selters. Bernd-Christoph Matern
Nähere Informationen über das AIDS-Projekt in Mabira gibt das evangelische Dekanat Nassau unter Telefon 02621-1874332, E-Mail
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Hier können Sie außerdem Vorderseite und Rückseite eines Flugblatts zu den Projekten herunterladen.
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