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NASTÄTTEN/BAD EMS. (2.Dezember 2011) Stimmungsvoller Auftakt für den lebendigen Adventskalender der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde in Nastätten: Die ersten Türen wurden mit besinnlichen wie bewegenden Gedanken in der Volksbank Rhein-Lahn geöffnet, vor der zum ersten Mal in diesem Advent der Herrnhuter Stern mit seinen 25 Zacken leuchtete. Schon am Mittwoch wurde in Bad Ems eine Advents-Haltestelle angesteuert.
Eine große neugierige Besucherschar begrüßten Matthias Metzmacher, Pfarrer für gesellschaftliche Verantwortung der evangelischen Kirche Rhein-Lahn, und Irmhild Michel, Filialleiterin der Volksbank Rhein-Lahn in dem vorweihnachtlich geschmückten Schalterraum. Der katholische Gemeindereferent Gernot Casper erzählte passend zum ersten Ort des lebendigen Adventskalenders die biblische Geschichte von den Talenten, der Währung zu Zeiten Jesus, die ein Verwalter drei Knechten anvertraut hatte.
Während die ersten beiden für ihre erfolgreiche Geldanlage belohnt wurden, erntete der vorsichtige dritte, der die Talente vergrub, um nichts davon zu verlieren, seinen Rauswurf. „Hättest du sie doch wenigstens zur Bank gebracht, um Zinsen zu bekommen“, heißt es in der Bibel. Auch wenn die Adventszeit vom Warten geprägt sei, wolle das Gleichnis Christen doch dazu ermuntern, die eigenen „Talente“ und Fähigkeiten nicht zu vergraben, sondern einzusetzen, „für Gerechtigkeit, Frieden oder Versöhnung unter den Menschen“, so Casper.
Das tut auch die Adventskalender-Aktion in Nastätten. „Es gibt Menschen, die wenig Licht haben, die draußen stehen“, so Matthias Metzmacher. Damit deren Tage heller werden, scheine ebenfalls der Herrnhuter Stern. Bedürftige Kinder aus der Region sollen von der Aktion profitieren; für sie können Gutscheine in Höhe von 15 Euro für das Schreibwarengeschäft Gasteyer in Nastätten gekauft werden. Der Inhaber selbst legt auf jeden noch einmal fünf Euro drauf, so dass zum Ende der Aktion das Diakonische Werk 20-Euro-Gutscheine an Kinder verteilen kann, die zu den Kunden der Nastätter Tafel gehören.
Damit bedürftige Kinder unterstützt werden können, beließ es auch die Volksbank nicht dabei, an diesem Abend als Gastgeber zu fungieren, sondern steuerte noch einmal 250 Euro für die gute Sache bei. „Und wir hoffen, dass sich noch viele Menschen von dieser besinnlichen Stimmung unter dem Adventsstern anstecken lassen“, so Filialleiterin Michel. Für diese hatte auch der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde unter Leitung von Norbert Leicher mit adventlichen Weisen zum Mitsingen gesorgt. Anschließend genossen die Besucher den vom Geldinstitut ausgeschenkten Glühwein und Kaffee zum gemütlichen Plausch.
Heute öffnet der Herrnhuter Stern um 17.11 Uhr die Türen zur Tanzschule am Markt. Die weiteren „Kalendertüren“ finden Sie hier.
Warten auf den, der gut macht, was Menschen nicht gut machen können
BAD EMS. Bereits am Mittwoch startete in Bad Ems die Aktion „Haltepunkte“, die zum Innehalten im Advent anregen möchte. Erste Station war die Passage zur Wipsch, wo Gemeindepfarrer Achim Weber viele Besucher zusammen mit dem Posaunenchor zum Besinnen und Innehalten begrüßte.
Dort erinnerte er an das Schicksal jüdischer Bürger, die in unmittelbarer Nähe der Haltstelle sicher auch erwartungsfroh die Weihnachtszeit verbracht hätten, die dann aber 1938 der Naziherrschaft zum Opfer fielen. „Darf man an solch einer Stelle erwartungsfroh an den Advent erinnern?“, fragte der Theologe. Gerade dort werde deutlich, dass Menschen im Advent auf ihre Erlösung warten, auf einen Retter, der gut mache, „was wir selbst nicht mehr gut machen können“. Weber verglich die Bushaltestellen auch mit dem Leben, dem Gefühl, vergessen worden zu sein. „An allen Haltestellen warten wir, dass es weitergeht.“ Dekanatskantor Ingo Thrun begleitete mit Mitgliedern des Posaunenchores den Auftakt der Haltestellen-Aktion.
An folgenden drei Orten in Bad Ems können sich die Besucher jeweils um 17 Uhr auch noch auf das Weihnachtsfest einstimmen lassen: 7. Dezember am Hauptbahnhof, 14. Dezember an der Talstation der Kurwaldbahn (Römerstraße) und 21. Dezember am Friedhof. Auch in diesem Jahr ist die Aktion mit einer Sammlung für bedürftige Kinder verbunden. Bernd-Christoph Matern
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