 DÖRNBERG/RHEIN-LAHN/WESTERWALD. (11. August) Tränenreich war die Verabschiedung von Markus Pfeiffer als Gemeindepfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Dörnberg. Dass sogar noch vor dem Gotteshaus zum festlichen Gottesdienst am Sonntag Stühle aufgestellt wurden, zeigt, wie begeisternd der Theologe in seiner fünfjährigen Amtszeit wirkte. Auch beim anschließenden Empfang im Dorfgemeinschaftshaus wurden Pfeiffers Verdienste in den Ortschaften der Esterau und des Buchfinkenlandes gewürdigt.
Unter den rund 200 Besuchern der Verabschiedung waren Christen aus allen Orten, die Pfeiffer in den vergangenen fünf Jahren in Dörnberg, Charlottenberg, Dörnberg-Hütte, Kalkofen, Dies, Gackenbach, Horbach, Hübingen und Kirchähr betreute.
Dekan Hans-Otto Rether hielt die Festpredigt über das Segenswort „Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig“. Anschauungsmaterial dafür fand er in der Dörnberger Kirche. Das leuchtende Fenster hinter dem Altar als Symbol des freundlichen Blickes, mit dem Gott die Menschen begleitet, um ihnen Orientierung zu bieten. Die offene Bibel auf dem Altar mit uralten Geschichten, die heute noch die selben Sehnsüchte, Sorgen und Befreiung im Leben der Menschen beschreiben wie vor 3000 Jahren. „Dabei ist nicht die Sprache oder der Einband entscheidend, sondern was das Herz erreicht und sich im Leben bewährt“, so Rether. Schließlich das Altarkreuz als Symbol, sich auch im Leiden von Gott getragen zu wissen, ein „Siegel für die unverbrüchliche Liebe Gottes“. Zu den drei Symbolen hatte Rether für den fußballbegeisterten scheidenden Pfarrer noch das Zitat eines Fußballers parat. Solche Gedanken zum Glauben, die Mut, Hoffnung und Segen schenken, hätten Pfeiffer in seinem Dienst getragen und er habe sie an die Menschen weitergegeben.
In seinem Dank fürs Dekanat betonte Rether Pfeiffers Aufbauarbeit für die Jugend in der Esterau sowie sein Engagement, mit dem er zur ökumenischen Verbundenheit im Buchfinkenland beigetragen hat. „Und das, obwohl einem das Gelbachtal manchmal wie eine Schlucht in den Bergen vorkommt.“
Die Qualität von Pfeiffers Konzepten für die Jugend sowie dessen Ideen und Begeisterungskraft lobte Kirchenvorstandsvorsitzende Heike Meyer: „Dir ist es gelungen, von Anfang an frischen Wind in die Gemeinde zu bringen.“ Der Stempel Jugendpfarrer mache schnell vergessen, dass sich Pfeiffer für alle Generationen engagiert habe, sowohl bei Besuchen von Gemeindegliedern, bei Gemeindenachmittagen, Ausflügen, Festen als auch mit neuen Gottesdienstformen und Andachtsreihen. „Und das alles bei nur einer halben Pfarrstelle!“, betonte Meyer, die Pfeiffers Ehefrau und ihr Engagement in den Dank einschloss. „Das alles ist gar nicht hoch genug einzuschätzen.“
Seine Amtszeit habe das Profil der Gemeinde für eine schwierige Zukunft geschärft. „Jetzt ist es an uns, Begonnenes fortzuführen und zu bewahren.“ Der Abschied falle schwer, doch die Gemeinde verstehe auch die Entscheidung für die neue berufliche Herausforderung, die auf Pfeiffer ab dem 1. September in der Kirchengemeinde Mensfelden-Linter im Dekanat Runkel wartet.
Der Abschiedsgottesdienst wurde musikalisch umrahmt vom Kinderchor der Gemeinde, mit Sopran-Arien von Sabine Helm und den Organisten Jutta Wilhelm-Montabaur und Peter Meyer, der auch den Kinderchor begleitete. Neben Mitgliedern des Kirchenvorstandes wirkte Pfarrvikarin Kerstin Janott aus Langenscheid mit, die die Vakanzvertretung der Kirchengemeinde übernimmt und die sich der Gemeinde vorstellte. Außerdem hätten sich Kollegen aller Nachbargemeinden bereit erklärt, Dienste zu übernehmen, sagte Dekan Rether.
 Im Anschluss warteten im Dörnberger Dorfgemeinschaftshaus Kaffee, Kuchen und belegte Brötchen auf die Besucher sowie auf den scheidenden Pfarrer viele Dankesworte, von denen er sich sichtlich bewegt zeigte. Unter anderen zählten dazu die Ortsbürgermeister Norbert Menche aus Dörnberg, Rainer Schmidt aus Charlottenberg und Christoph Büttner aus Horbach, der für die ebenfalls anwesenden Ortschefs von Hübingen (Wilfried Noll) und Gackenbach (Ulrich Weidenfeller) sprach. Die lobten auch Pfeiffers ökumenisches Engagement im katholisch geprägten Buchfinkenland ebenso wie Bruder Christoph Heun vom Ignatius-Lötschert Haus in Horbach.
Gute Wünsche für die Zukunft kamen von Irmgard Debusmann im Namen des Frauenkreises und von Horst Werner Hofmann für die Dörnberger Ortsvereine, bevor sich Rainer Schmidt aus Dörnberg-Hütte mit anderen Bürgern des Ortsteils als die „Leute von der Hütt“ musikalisch von ihrem Pfarrer verabschiedeten. Bernd-Christoph Matern
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