Trauer ?ber Tod von Kazimierz Smolen auch im Dekanat Diez Drucken E-Mail

thumb_a-smolen22-12-2010DIEZ/RHEIN-LAHN. (2. Februar 2012) Mit großer Trauer haben auch Menschen im evangelischen Dekanat Diez auf die Nachricht des Todes von Kazimierz Smolen reagiert, der in der vergangenen Woche im Alter von 91 Jahren verstorben ist. Der ehemalige Häftling des Konzentrationslagers Auschwitz hatte als Gast im Rhein-Lahn-Kreis Kontakt vor allem zu vielen Jugendlichen, denen er von seinen grauenvollen Erlebnissen in den Jahren 1940 bis 1945 berichtete und mit denen er über die Zeit des Nationalsozialismus und Möglichkeiten der Versöhnung zwischen Polen und Deutschen sprach.

Zuletzt begegneten ihm Jugendliche aus dem evangelischen Dekanat Diez bei einer Studienreise nach Auschwitz im Herbst 2010. Die Treffen mit Smolen seien für die Jugendlichen sehr bewegend gewesen und hätten auf eine eindrückliche Weise zu deren historischem Verständnis beigetragen, erklärte Dekanatsjugendreferent Friedhelm Hahn, der zahlreiche Treffen mit Smolen organisiert hatte.

Smolen gehörte zu den wichtigsten Historikern der Geschichte des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz, in dem er selbst von 1940 bis 1945 unter unsäglichen Bedingungen gefangen gehalten wurde. Nach dem Krieg studierte Smolen Jura und kehrte 1955 auf das Gelände des ehemaligen Lagers zurück, um die dortige Gedenkstätte bis 1990 zu leiten. In zahlreichen Prozessen trat Kazimierz Smolen als Zeuge auf, verfasste unzählige Arbeiten zur Geschichte des Konzentrationslagers und war ein gesuchter Zeitzeuge und Gesprächspartner gerade junger Menschen.