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KLINGELBACH/RHEIN-LAHN. (2. Oktober 2011) Heute ist Erntedankfest. In den Gottesdiensten wird Gott für das Gute gedankt, das er den Menschen schenkt. Das geht weit über die Ernte, Essen und Trinken hinaus. Der Wohlstand in Deutschland, Leben in Freiheit - das sind gute Gründe zum Danken. Dabei ist auch die Versorgung mit Lebensmitteln keinesfalls eine Selbstverständlichkeit. Statistisch gesehen stirbt jede Sekunde ein Mensch, weil ihm Wasser oder Nahrung fehlen. Die Kollekten des Erntedankfestes sind daher immer für "Brot für die Welt" bestimmt. In der evangelischen Kirchengemeinde Klingelbach wurde darüber hinaus eine nachahmenswerte Spendenaktion gestartet, die das ganze Jahr über den Hungernden der Welt zugute kommen wird. Am Ende des Beitrags finden Sie außerdem ein Interview mit Kirchenpräsident Volker Jung zum Erntedankfest.
Aufgrund der extremen Hungerkatastrophe am Horn von Afrika wurde von einem Gemeindeglied der evangelischen Kirchengemeinde Klingelbach der Wunsch geäußert, die dort vom Hunger bedrohten zwölf Millionen Menschen zu unterstützen. Es blieb nicht bei Bernd Thiessens Spendenaufruf nach dem Motto, dass mit vielen kleinen Gaben Großes geleistet werden kann.
Mit folgendem Spendenaufruf wandte er sich an die Gemeinde: „Die zwölf Millionen Menschen, die am Horn von Afrika vom Hungertod bedroht sind, bedürfen dringend der Unterstützung.“ Die Spendenbereitschaft der Menschen sei vorhanden und viele Hilfsorganisationen seien im Krisengebiet unermüdlich im Einsatz. Trotzdem fehle es oft an Geld. Natürlich sei es schwierig, weitere Spendengelder aufzutreiben. „Viele Menschen erkennen auch bei uns die steigenden Lebenshaltungskosten, die Energiepreise steigen stetig und da bleibt wenig Raum zum Sparen oder gar zum Geldspenden“, so Thiessen.
Die Idee der zeitlich begrenzten Aktion „10 Cent plus X“ für Afrika setzt auf viele Unterstützer: spendet nämlich jeder Gottesdienstbesucher in Deutschland nur 10 Cent, so wären dieses bei etwa einer Million Gottesdienstbesuchern bundesweit immerhin 100.000 Euro, die so zusammenkommen, rechnet Thiessen vor. Und das an jedem Sonntag. Natürlich wäre der Betrag noch höher, wenn der eine oder andere mehr als 10 Cent gibt. „Oftmals hat man zuhause ein paar Cent rumliegen, die man geben könnte, um die Aktion zu unterstützen.“
Die Aktion macht dann so richtig Sinn, wenn möglichst viele Gemeinden auch über das Dekanat hinaus, mitziehen. „Aus diesem Grunde werden wir in der Kirche zu Klingelbach eine zusätzliche Spendenbox aufstellen; wir würden uns freuen, wenn die Unterstützung groß wäre“, hofft auch Gemeindepfarrer Jürgen Wieczorek. Das Konzept scheint in Klingelbach bereits aufzugehen, vor allem auch was das „x“ anbelangt, füllen doch bereits 160 Euro die Box.
Zum Umgang mit Lebensmitteln finden Sie aus Anlass des Erntedankfestes ein Interview mit Kirchenpräsident Dr. Volker Jung hier.
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